Berufliche Orientierung im Deutsch-Griechischen Jugendaustausch: Immer wieder für Überraschendes gut

Aktiven Personen im Jugendaustausch mit Griechenland Wissen mit auf den Weg zu geben und sie miteinander zu vernetzen ist ein Ziel der Griechenland-Fachtage des Bundesjugendministeriums, das dabei von IJAB unterstützt wird. Thematischer Mittelpunkt waren am 22. März in Bonn die berufliche Orientierung und Bildung. Angesichts der hohen Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland ein wichtiger Schwerpunkt der griechischen Partner mit Blick auf ein zukünftiges Deutsch-Griechisches Jugendwerk. Weiterlesen

Two nations – one nature

Was haben die nordgiechische Stadt Florina und das hessische Biebrich gemeinsam? Das Projekt „Two nations, one nature“ zwischen der Biebricher Riehlschule und dem 2. Gymnasium Florinas hat sich bereits vor vier Jahren zum Ziel gemacht, die gemeinsame Geschichte zu thematisieren. Agorayouth hat mit Schulsozialarbeiter Markus Mildner gesprochen, der den Austausch mitbetreut.

Agorayouth: Herr Mildner, „Two nations – one nature“ der Titel spielt einerseits auf das Natur-Klima-Thema des Jugendaustauschs zwischen dem 2. Gymnasium Florinas und der Biebricher Riehlschule an, andererseits auf die Erfahrung die man oft während einer internationalen Begegnung macht, gar nicht so unterschiedlich zu sein…
Marcus Mildner
: Das ist bereits die vierte Runde unseres Projektes – im Januar war die griechische Gruppe für eine Woche zu Gast in Wiesbaden, jetzt Ende März, folgt der Gegenbesuch in Florina. Wir hatten jeweils 20 Schülerinnen und Schüler aus der siebten Klasse von beiden Seiten dabei. Als die griechische Gruppe in Deutschland ankam, warteten unsere Schüler mit Begrüßungsplakaten und voller Aufregung auf die gemeinsame Zeit in der Jugendherberge in Wiesbaden. Schon auf der Fahrt nach Wiesbaden, bahnten sich die ersten Kontakte an. Weiterlesen

Warum ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk? (3)

Bereits 2014 wurde der Grundstein für ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk gelegt. Ende April gehen die Regierungsgespräche zu einem Deutsch-Griechischen Jugendwerk in die nächste Runde. Zeit nachzufragen: Warum überhaupt ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk? Akteure aus Politik und Jugendaustausch aus beiden Ländern geben Antworten – im letzten Teil unserer Umfrage.

Markus Ingenlath@LaurenceChaperon

Markus Ingenlath, DFJW. Foto: Laurence Chaperon.

„Die Aufnahme eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks in den Kreis der Fach- und Förderstellen der Internationalen Jugendarbeit in Deutschland ist ein wichtiges Signal an unsere Nachbarn und Freunde in den südlichen Ländern Europas. Vor dem Hintergrund der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Europa kann die Bedeutung des interkulturellen Lernens nicht hoch genug geschätzt werden. Der Sprach- und Kulturaustausch zwischen jungen Menschen unterschiedlicher Herkunft trägt nämlich maßgeblich dazu bei, dass Europa zusammenwächst und der europäische Geist nachhaltig gestärkt wird. Gleichzeitig ist der Status einen „Jugendwerks“ untrennbar mit dem Dialog auf Augenhöhe und einer engen Verzahnung unterschiedlicher Instanzen verbunden. Jugendwerke arbeiten in gemischten Teams und durchgängig mit zwei Arbeitssprachen. Zudem sind sie autonom in der Mittelverwaltung und regierungsunabhängig. Mit dieser Verantwortung richtig umzugehen will gelernt sein und bedarf Erfahrung, Kompetenzen und nicht zuletzt einem starken politischen und gesellschaftlichen Rückhalt. Ein Jugendwerk ist auch Motor und Knotenpunkt für ein sehr viel größeres Netzwerk; es bringt Akteure aus ganz unterschiedlichen Fachgebieten zusammen, damit ein möglichst breitgefächertes Programmportfolio für ganz unterschiedliche Zielgruppen umgesetzt werden kann. Ein Jugendwerk ist also auch Kompetenzzentrum, das aus seiner Erfahrung und der seiner Partner schöpft, um dem internationalen Jugendaustausch immer neue Impulse zu verleihen.“
Dr. Markus Ingenlath, Generalsekretär des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW)

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DGJW: Warum überhaupt…? (2)

Bereits 2014 wurde der Grundstein für ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk gelegt. Knapp sechs Monate vor dem 3. Jugendforum in Köln gehen die Regierungsgespräche zu einem Deutsch-Griechischen Jugendwerk Ende April in die nächste Runde. Zeit nachzufragen: Warum überhaupt ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk? Akteure aus Politik und Jugendaustausch geben Antworten – nun Teil 2 unserer Umfrage.

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Panos Paulos bei einem Fachtag in Deutschland. Foto: agorayouth.

„Die Errichtung eines  Deutsch-Griechischen Jugendwerks mit der legalen Form einer internationalen Organisation, wie es von deutscher Seite vorgeschlagen wurde, wäre nicht nur eine stabile Finanzierungsmöglichkeit des griechisch-deutschen Jugendaustausches auf allen Ebenen, sondern auch die einzige stabile Finanzierungsmöglichkeit der Jugendarbeit in Griechenland überhaupt. Griechenland hat keinen gesetzlich verankerten Jugendplan, der eine institutionelle und dauerhafte Unterstützung der Jugendarbeit garantiert. Die einzige stabile Finanzierungsquelle für Jugendaktivitäten in Griechenland sind die Mobilitätsprogramme der Europäischen Union, die je nach Regierungswechsel in Griechenland immer wieder gelitten haben. Eine internationale Organisation ist völkerrechtlich an einer festen und transparenten Finanzierung gebunden und nicht leicht von Regierungswechsel beeinflussbar. Deswegen hat die griechische Zivilgesellschaft von Anfang an genau dieses Vorhaben unterstützt und glaubt fest daran, dass dies die einzige Möglichkeit ist, eine ernsthafte Unterstützung der Jugendarbeit in Griechenland zur errichten. Bilaterale Büros bzw. Koordinierungszentren haben keine Perspektive, sind regierungspolitikabhängig, schließen die Zivilgesellschaft aus und laufen Gefahr, ähnlich zu enden, wie die deutsch-griechischen bilateralen Protokolle im Jugendbereich.“
Panos Poulos, Dipl.-Pol. gehört zu den Gründern der Organisation Filoxenia in Kryoneri, Korinth.

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Warum überhaupt ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk…? (1)

Bereits 2014 wurde der Grundstein für ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk gelegt. Knapp sechs Monate vor dem 3. Jugendforum in Köln gehen die Regierungsgespräche zu einem Deutsch-Griechischen Jugendwerk Ende April in die nächste Runde. Zeit nachzufragen: Warum überhaupt ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk? Akteure aus Politik und Jugendaustausch geben Antworten – Teil 1 der Umfrage.

Estia Akropolis
Friedrich Kersting (ganz rechts) während seines Freiwilligendienstes in Athen. Foto: privat

„Ein Jugendwerk als internationale, zwischenstaatliche Organisation verbinde ich mit der nachhaltigen Versöhnung und Verständigung über die geteilte Geschichte, mit aktiver Jugend und Zivilgesellschaft und mit dem gemeinsamen Engagement für ein gerechteres und solidarischeres Europa in Zukunft. Genau so ein Jugendwerk scheint das richtige für die deutsch-griechischen Beziehungen, die jungen Menschen beider Länder und deren gemeinsamen Perspektiven zu sein. Dieser Zugang zu persönlichem Austausch und Erfahrungen, wie ich sie auch selbst erlebt habe, sind der beste Weg zum Abbau von gegenseitigen Vorbehalten und zum Aufbau von beiderseitigem Vertrauen und Verständnis.“
Friedrich Kersting, Politikwissenschaftler und ehemaliger Freiwilliger im Projekt ElanDe der Evangelischen Freiwilligendienste, der Evangelischen Kirche Deutscher Sprache in Athen und der Apostoli 

 

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Fachtag: Berufliche Orientierung im Deutsch-Griechischen Jugendaustausch

Die berufliche Bildung hat einen hohen Stellenwert im Jugend- und Fachkräfteaustausch mit Griechenland. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend lädt daher am 22. März 2018 zum Fachtag „Berufliche Orientierung im Deutsch-Griechischen Jugendaustausch“ nach Bonn ein. Interessierte können sich noch bis zum 02. März anmelden. Weiterlesen

Was ist Sprachanimation?

Sprachanimation – was ist das? Und wie wird „das“ überhaupt ins Griechische übersetzt? Welche Rolle haben Sprachanimateur/-innen in einer Jugendbegegnung und wie werden sie ausgebildet? Antworten darauf gab ein Fachkräfteaustausch in Berlin.

Herzlich Willkommen Sprachanimation

Dreisprachige Vorbereitung auf das Fachprogramm Sprachanimation

Sprachanimation hat inzwischen eine 20-jährige Tradition. 1996 hat das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) in der Broschüre „Das Projekt Bielefeld“ Beobachtungen festgehalten darüber, was eigentlich in deutsch-französischen Begegnungen kommunikativ zwischen Jugendlichen passiert – verbal und nonverbal.[1] Ausschlaggebend für die Untersuchung der bereits 1989 vom DFJW gegründeten Arbeitsgruppe Sprachanimation waren die Hypothesen, dass „nie nicht kommuniziert“ wird und dass jede/r Teilnehmer/-in „über die grundsätzliche Fähigkeit zu kommunizieren“ verfügt.[2] Ziel der Untersuchung war diese Kommunikationsstrategien der Teilnehmenden an deutsch-französischen Jugendbegegnungen zu systematisieren, um darauf aufbauend Methoden der Sprachanimation entwickeln zu können, die den Interessen und Bedürfnissen von Jugendlichen entsprechen. Weiterlesen