Auf deutschen Spuren

Bei einem Spaziergang durch Thessaloniki machten sich die Teilnehmenden der ersten Zentralstellenkonferenz auf die Suche nach Spuren der deutschen Präsenz in Thessaloniki. Neben der ersten Deutschen Schule ging es auch vorbei an der damaligen Orientbank, einem Kegelclub, aber auch moderner Kunst.

Startpunkt war der Platz des Olymp am Hafen, heute der „Freiheitsplatz“, der schon immer Versammlungsplatz war. Vorbei ginge es etwa an der ersten Deutschen Schule von Thessaloniki. Durch das bekannte Öl-Viertel und heutige Ausgehviertel, Ladadika, mit seinen Märkten durch, begegneten der Gruppe immer wieder wichtige unternehmerische Aktionen und auch tragische Ereignisse, sowie Spuren der jüdischen Gemeinde. Einige der schönen Bauten im Zentrum wurden etwa von den deutschen Besatzern konfisziert und für die Unterbringung der Gestapo und anderer Behörden ihrer Militärverwaltung genutzt. Im Megaro Koniordou an der Promenade etwa befand sich der Verwaltungssitz von Max Merten, dem Kriegsverwaltungsrat der Wehrmacht in Thessaloniki, der von dort Enteignungen, Folter und Massenmord an den griechischen Juden plante und verwirklichte.

Gleichzeitig brachten Architekten wie der Deutsche Ernst Ziller neue architektonische Strömungen nach Griechenland und hinterließen Thessaloniki mit prächtigen Gebäuden. Auch Kunst – wenn auch internationale – war zu sehen. Das Graffiti an einer Hauswand der Tsimiski Straße, von den Einwohnern nur „the girl“ genannt, entstand bei der 15. Biennale in 2011 als Kollaboration chinesischer und südafrikanischer Künstler, die das Thema „Gewalt gegen Frauen“ künstlerisch aufgriffen. Und auch Spuren lokaler historischer Ereignisse wurden sichtbar: An einem Prachtbau etwa konnte die Gruppe eine Uhr sehen, die nicht mehr gestellt wird: Sie markiert, stehengeblieben um 23.06 Uhr das große Erdbeben, das Saloniki am 20. Juni 1978 heimsuchte.

Mehr zum Erkunden der Stadt per Smartphone-App „Deutsche Spuren/Γερμανικά ίχνη“ des Goethe-Instituts lesen Sie hier.

Text/Fotos: Lisa Brüßler

Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz.

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