Musik verbindet: Orchesteraustausch zwischen Athen und Berlin

2018 ist ein spannendes Jahr für die Nachwuchsmusiker des Athener Underground Youth Orchestra und des Julius-Stern-Kammerorchesters der Universität der Künste Berlin. Nach einem gemeinsamen Konzert in Athen, findet nun ein Rückbesuch mit einem Auftritt in Berlin statt. Stephanie Frauenkron von der UdK hat agorayouth erzählt wie das Projekt zustande gekommen ist und was noch möglich ist.

Agorayouth: Frau Frauenkron, wie ist das Jugendaustauschprojekt zwischen dem Julius-Stern Kammerorchester der Universität der Künste in Berlin und dem Underground Youth Orchestra aus Athen zustande gekommen?
Stephanie Frauenkron:Die Kooperation wurde vor allem von dem griechischen Komponisten Eleftherios Veniadis initiiert, der an der UdK studiert hat und aus dieser Zeit Professorin Anita Rennert gut kennt. Sie ist die Leiterin des Julius-Stern-Instituts für musikalische Nachwuchsförderung an der UdK Berlin. Eleftherios Veniadis ist heute in Deutschland und Griechenland tätig, arbeitet unter anderem mit dem Underground Youth Orchestra, und hat den Erstkontakt zwischen den Ensembles hergestellt. Frau Rennert war sofort begeistert von der Idee, beide Jugendorchester für gemeinsame Projekte zusammenzubringen. Denn gerade für die Jungstudierenden der UdK Berlin ist es natürlich eine tolle Möglichkeit, internationale Erfahrungen zu sammeln und sich so in künstlerischer, vor allem aber auch auf persönlicher Ebene weiterzuentwickeln. Durch die Förderung des Bundesfamilienministeriums, die Unterstützung der Jeunesses Musicales und das große Engagement vom Freundeskreis des Stern-Instituts konnte diese Idee dann sehr schnell in die Tat umgesetzt werden. Weiterlesen

„Das habe ich alles nicht gewusst…“

Gedenkstättenfahrten nach Griechenland – auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Thematik für Schulfahrten. Bisher steht eher das klassische Griechenland hoch im Kurs. Doch wie können Schulprojekte zu einem Thema der jüngeren Geschichte umgesetzt werden? Dieser Frage ginge 31 Lehrkräfte aus Rheinland-Pfalz, Thüringen und Sachsen-Anhalt auf Kreta auf den Grund. Auf welche Wissenslücken und blinde Flecken in den Geschichtsbüchern sie stießen, hat Bettina Münch-Rosenthal für agorayouth notiert.

Der Ansatz, das Verständnis für andere Nationen über Projekte zur Gedenkstätten und Erinnerungskultur zu fördern, ist zwar nicht neu in der pädagogischen Arbeit von Schulen im europäischen Kontext. Für Schulprojekte mit Griechenland ist er aber bisher kaum verbreitet und bekannt. Dafür gibt es neben finanziellen und organisatorischen Erschwernissen einen gewichtigen Grund. Die Zeit des Zweiten Weltkrieges und der damit verbundene deutschen Besatzungszeit – insbesondere die aus griechischer Sicht nicht abgeschlossene Frage der Reparationszahlungen – fanden bisher in der deutschen Öffentlichkeit, insbesondere im Studium und  in der Ausbildung angehender Lehrer sowie im Geschichtsunterricht der Schulen kaum Beachtung.Daher führten bislang kaum Schülerbegegnungen zu diesem Thema nach Griechenland. Weiterlesen

Einschulung ohne Schultüte?

Deutschlehrerin Christina Preftitsi ist zwischen Lüdenscheid und Thessaloniki groß geworden und trägt beide Länder und Sprachen in sich. Mit einem Stipendium des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) arbeitete sie für ein Jahr an einer Gesamtschule in Krefeld. Agorayouth hat sie erzählt, wie ihre Schüler in Thessaloniki täglich davon profitieren – und warum es bei ihrer Einschulung keine Schultüte gab.

Agorayouth: Christina, du bist zwischen Deutschland und Griechenland aufgewachsen. Seit einiger Zeit bist du Deutschlehrerin an der Deutschen Schule in Thessaloniki. Wie kam es dazu?
Christina Preftitsi: Ich wurde in Thessaloniki geboren und bin als ich sechs Jahre alt war mit meiner Familie nach Deutschland gezogen. Meine Eltern haben damals als Lehrer an einer griechischen Schule in Lüdenscheid gearbeitet und ich wurde ganz normal in einer deutschen Grundschule eingeschult – ohne ein einziges Wort Deutsch zu können. Ich erinnere mich noch wie heute an meine Einschulungsfeier, denn ich hatte leider keine Schultüte, weil wir nichts davon wussten! Meine Mama hat mir erzählt, dass ich anfangs immer Bauchschmerzen hatte und nicht zur Schule wollte. Ich kann mich kaum an die Zeit erinnern, aber ich weiß noch, dass ich eines Tages Deutsch sprechen konnte. Weiterlesen

Youth Work translator DE-EL/ EL-DE

Mit über tausend Begriffen aus der Kinder- und Jugendhilfe und der Internationalen Jugendarbeit ging 2018 der Youth Work Translator von IJAB online. Auf Deutsch, Griechisch, Englisch und Chinesisch können Fachkräfte nach Übersetzungen von Fachbegriffen suchen.

Die sprachliche Verständigung bei internationalen Fachkräfteprogrammen und Jugendbegegnungen ist eine Herausforderung. Wenn es nicht nur um Alltagssprache geht, sondern um Fachbegriffe aus der Kinder- und Jugendhilfe, reichen die in der Schule erlernten Sprachkenntnisse oft nicht aus und bestehende Online-Tools liefern keine validen Übersetzungen. Weiterlesen

Projekt Unions4VET: Deutsch‐Griechische gewerkschaftliche Zusammenarbeit

Wie können Gewerkschaften über Ländergrenzen hinweg zusammenarbeiten, um Perspektiven für kommende Generationen zu fördern? Die deutsch-griechische gewerkschaftliche Zusammenarbeit im Projekt Unions4VET macht Mut. „VET“ hat dabei nichts mit der Tiermedizin zu tun, sondern ist die Abkürzung von „Vocational Education & Training“. Agorayouth hat mit Martin Roggenkamp gesprochen, der in dem Projekt für das Berufsfortbildungswerk (bfw) des DGB mitarbeitet.

Agorayouth: Im Projekt Unions4VET wird sich bereits seit Juni 2015 u.a. für eine deutschgriechische gewerkschaftliche Zusammenarbeit eingesetzt. Wie kam es dazu?
foto_roggenkamp bfw DGB.jpgMartin Roggenkamp: Die Bildungsminister von Deutschland, Griechenland, Italien, Lettland, Portugal, der Slowakei und Spanien haben 2012 das Berliner Memorandum „Berufliche Bildung in Europa – Perspektiven für die junge Generation“ unterzeichnet. Darin wurde eine Ausbildungsallianz für eine stärkere internationale Zusammenarbeit in der Berufsbildung und zur Förderung des betrieblichen Lernens verabredet. Damit das Abkommen auch mit Leben gefüllt wird, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit den wichtigsten Akteuren im deutschen Berufsbildungssystem – den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern und den Gewerkschaften – drei Strategieprojekte abgestimmt, die auch gefördert werden. Durch diese soll der Austausch und die Zusammenarbeit mit Akteuren in den Partnerländern vorangetrieben werden. Weiterlesen

jugend.erinnert: Interaktive Karte zu Orten deutscher Kriegsverbrechen in Griechenland

Die Kriegsverbrechen während der deutschen Besatzung Griechenlands im 2. Weltkrieg sind in Deutschland wenig bekannt. Doch gerade die gemeinsame Aufarbeitung von Geschichte bietet für den Jugendaustausch Chancen für ein besseres Verstehen und Begegnen auf Augenhöhe. Eine neue Online-Karte liefert jetzt Informationen zu 30 Orten.

Bildschirmfoto 2018-06-20 um 11.29.1030 Erinnerungsorte an die nationalsozialistischen Verbrechen während der Besatzung Griechenlands von 1941-1944 werden auf auf einer neuen, interaktiven Karte vorgestellt. Die Orte sind in vier Kategorien gegliedert: in sogenannte Opfergemeinden, in denen Zivilisten ermordet wurden, Orte der Deportation von Juden in die deutschen Vernichtungslager, Orte der NS-Infrastruktur und Kriegsverbrechen an italienischen Soldaten. Zu jedem Ort/Marker auf der Karte finden sich Informationen in immer gleichen Unterkategorien: Wann ist was wo passiert? Was ist heute an diesem Ort? Welche Kontakte gibt es und wie ist der Ort erreichbar? Wo sind weiterführende Informationen zu finden? Weiterlesen

3. Deutsch-Griechisches Jugendforum: Im Oktober nach Köln

Nach dem 2. Deutsch-Griechischen Jugendforum im März 2017 in Thessaloniki geht es 2018 in die Partnerstadt Köln: Beim 3. Jugendforum wird es um die Stärkung und Erweiterung von Partnerschaften und Förderung von Partizipation junger Menschen gehen. Wer kann teilnehmen und was ist geplant? Anmeldeschluss ist der 01. Juli 2018.

Ein Jahr nach dem 2. Deutsch-Griechischen Jugendforum in Thessaloniki laden das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Generalsekretariat für Jugend und Lebenslanges Lernen des Ministeriums für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten in Griechenland, JUGEND für Europa und die Youth and Lifelong Learning Foundation, die Nationalagenturen beider Länder für das EU-Programm Erasmus+ Jugend in Aktion, sowie IJAB –Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland gemeinsam ein: Anlässlich der 30-jährigen Städtepartnerschaft Köln-Thessaloniki wird das 3. Deutsch- Griechische Jugendforum 2018 in Köln stattfinden.

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