Dokumentation zum 2. Deutsch-Griechischen Jugendforum

Zum zweiten Mal innerhalb von etwa zwei Jahren kamen vom 5. bis 8. März 2017 – dieses Mal in Thessaloniki – rund 120 Akteurinnen und Akteure aus Griechenland und Deutschland zum Deutsch-Griechischen Jugendforum zusammen. Nun ist die Veranstaltungsdokumentation erschienen.

Teilgenommen haben sowohl Vertreter/-innen von deutschen und griechischen Jugendorganisationen als auch von beiden Regierungen. Die Veranstaltung diente als Plattform zum Erfahrungsaustausch und als Ideenschmiede für zukünftige Projekte. Am Ende der vier Tage konnten nach intensiven inhaltlichen Diskussionen und umfangreichen Einblicken in die Arbeit der anwesenden Organisationen über zehn Projekte präsentiert werden, die deutsche und griechische Partner gemeinsam realisieren wollen.

Im Folgenden finden sich, chronologisch dem Ablauf des Programms zugeordnet, Informationen und Links zu den Vorträgen, Workshops und Inputs des Forums sowie weiterführende Hinweise und Informationen zum Masterplan für die Gründung des Deutsch-Griechischen Jugendwerks.

Das 3. Deutsch-Griechische Jugendforum wird im Herbst 2018 in Köln stattfinden.

Unter folgendem Link kann die Dokumentation als PDF heruntergeladen werden: Veranstaltungsdokumentation 2.Deutsch-Griechisches Jugendforum_März 2017 (Deutsch)

Jugendherbergswerk: Mit der Jugend in die Pampa

Die ersten Schritte zum Aufbau eines griechischen Jugendherbergswerks mit deutscher Unterstützung wurden bereits beim ersten Deutsch-Griechischen Jugendforum 2014 in Bad Honnef gemacht. Für Agorayouth ziehen die beteiligten Akteure, Gunnar Grüttner vom Deutschen Jugendhebergswerk (DJH) und Panos Poulos von der griechischen NGO Filoxenia, eine Zwischenbilanz und erklären ihre Pläne für die Zukunft.

Agorayouth: Herr Grüttner, Herr Poulos, direkt im Anschluss an das Jugendforum in Thessaloniki sind Sie für einen study visit nach Deutschland geflogen, um Jugendherbergen anzuschauen – erst in Berlin und dann im unteren Weser-Ems-Land. Warum das?
Panos Poulos: So etwas wie das Deutsche Jugendherbergswerk gibt es in Griechenland noch nicht. Meine Organisation Filoxenia bietet allerdings bereits heute Seminare zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen für junge Menschen an. Wir haben ein eigenes Haus, in dem unsere Teilnehmer übernachten können. Ich kann mir gut vorstellen, darauf aufbauend eine Art Jugendherbergswerk zu etablieren.
Gunnar Grüttner: Ich bin beim DJH für internationale Kooperationen zuständig. Wir sind der Dachverband aller Jugendherbergen in Deutschland. In unseren Landesverbänden versammeln sich rund 500 Häuser. In Berlin habe ich einer etwa zehnköpfigen griechischen Hostel-Delegation eine unserer neuesten Jugendherbergen gezeigt. Und auch unser Verband im unteren Weser-Ems-Land möchte die Griechen gerne bei ihrer Aufbau-Arbeit unterstützen. Weiterlesen

Zukunftsmusik

Das zweite Deutsch-Griechische Jugendforum in Thessaloniki ist vorbei, doch die richtige Arbeit beginnt erst jetzt. Vor Ort konnten Projekte in den Bereichen Kunst, Städtepartnerschaft, berufliche Bildung, aber auch Integration und Geschichte angestoßen werden, die in 2017 und 2018 umgesetzt werden sollen. Ein Überblick.

 Ein Jugendaustausch im Sommer zum Thema Digitale Kunst, der Ausbau der Städtepartnerschaft von Köln und Thessaloniki oder auch die Fortsetzung des Projekts Berufe.Kennen.Lernen – das sind nur einige Ideen, die während des 2. Deutsch-Griechischen Jugendforums in Thessaloniki entstanden sind und am letzten Veranstaltungstag präsentiert wurden. Auf dem Weg zu einem Deutsch-Griechischen Jugendwerk erklärte Dorothee Jäckering vom deutschen Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) was man in Deutschland unter einem Jugendwerk versteht: „Das Jugendwerk wird über einen völkerrechtlichen Vertrag geschlossen und ist eine regierungsunabhängige internationale Organisation. Dazu gehören zwei gleichberechtigte paritätisch besetzte Büros und Geschäftsführer mit deutsch-griechischen Teams, eine inhaltliche Aufgabenaufteilung sowie ein Aufsichtsgremium mit Vertretungen der Regierungen und der Zivilgesellschaft.“ Die Aufgaben eines Jugendwerks liegen vor allem im schulischen und außerschulischen Jugendaustausch, Austausch von Freiwilligen, beruflichen Austausch und Praktika, aber auch im Austausch von Fachkräften der Jugendhilfen sowie Jugendbegegnungen und Fachkräftequalifikationen zum Thema der gemeinsamen Vergangenheit, so Jäckering.

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Das einzige seiner Art

2014 war Thessaloniki European Youth Capital. Die Stadt brummte, vibrierte, Jugendliche sahen wieder mehr Chancen für sich persönlich. Ein Teil dieser Energie ist verpufft: Einigen sind Puste oder finanzielle Mittel ausgegangen. Nicht so bei KEDITH, dem ersten Jugendzentrum der Stadt.

In der Nähe des Konzerthauses hinter dem kleinen Kritis Park im östlichen Teil Thessalonikis gelegen liegt es: Das etwas unscheinbar wirkende Jugendzentrum der Stadt. Kinofelis Epicheirisi Dimou Thessalonikis, kurz KEDITH. Die Einrichtung, die von der Stadt finanziert wird, hat noch einen angegliederten kreativen Kindergarten, eine Suppenküche und ein Alzheimerzentrum in Betrieb. Hohe Mehrfamilienhäuser umgeben das Jugendzentrum, Kinder spielen auf der Straße, Gelächter dringt aus einer kleinen Fischtaverne von schräg gegenüber. Die Menschen hier gehören eher zur Mittelschicht. „Und was ist jetzt besonders an einem Jugendzentrum?“, ist der deutsche Leser geneigt zu fragen – deutschlandweit haben wir schließlich über 16.000 Einrichtungen dieser Art. „Alles“, ist die Antwort von KEDITH, denn es ist das erste seiner Art in ganz Griechenland. Weiterlesen

Arm aber sexy?

Wo Mieten günstig sind, zieht es Künstler und Kreative an. Sie experimentieren mit neuen Wirtschaftsmodellen und bringen frischen Wind in eine Stadt. Werden sie gut behandelt, dann kommen sie, um zu bleiben. In Thessaloniki sind sie sich noch nicht sicher. Ein Spaziergang durch die Stadt.

Brauner Rost schimmert unter den grellen Graffiti hervor, Spinnweben dekorieren viele Jalousien in der Innenstadt von Thessaloniki. Geöffnet wurden einige der Ladenlokale wohl schon seit Jahren nicht mehr. Keine Frage: So pulsierend und jung, so lebensfroh die Stadt auch daherkommen mag, ist die Finanzkrise doch auch hier deutlich zu spüren. Räudig wirkt die Innenstadt jenseits der touristischen Pfade, die Straßen sind unaufgeräumt und in den Bars und Clubs verliert sich eine eigentlich motivierte junge Generation Abend für Abend in einem Strudel aus Rotwein und Ouzo. Weiterlesen