Von Fußabdrücken, Stille und kreativer Geschichte

Unter den internationalen Jugendbegegnungen gab es 2019 etwas Neues: „Footprints in Silence“, ein deutsch-griechisches Projekt rund um Erinnerungs- und Gedenkkultur, zu Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg. Neben historischer Arbeit befassten sich die 20 Jugendlichen vor allem auf kreativ-künstlerische Weise mit dem Thema. Teilnehmerin Annabell Wähner, die bei beiden Begegnungsteilen in Ravensbrück/Berlin und auf dem Peloponnes dabei war, beschreibt ihre Eindrücke.

Wir haben gedacht und geschwiegen, es wurde gelernt und es wurde viel geredet. Mit verschiedensten Techniken wurden wir zur Mitwirkung angeregt: Die Kreativ-Workshops beinhalteten in Deutschland neben Film- und Tonarbeit auch tänzerische und andere Selbsterfahrungselemente. In Griechenland wurde dann gemalt und es entstand ein gemeinsames Mosaik. Dieses wird nun im Dorf Kryoneri installiert, damit das Projekt auch die Bewohner erreicht. All das passierte vor folgendem inhaltlichen Hintergrund: Was geschah vor gut 70 Jahren im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück und während der Besetzung Griechenlands durch die deutsche Wehrmacht? Was können und sollen wir aus der deutschen Geschichte lernen? Was können und wollen wir als junge Menschen heute und zukünftig tun? Weiterlesen

Deutsch-Französisch-Griechische Ausbildung zur Sprachanimation

Das Interkulturelle Netzwerk bietet zusammen mit seiner Partnerorganisation Arpeggio in Thessaloniki vom 17.  bis 22. März 2020 in Thessaloniki eine Grundausbildung in die Methode der Sprachanimation mit Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich und Griechenland.

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Sprachanimation ist aus der interkulturellen Jugendbildung nicht mehr wegzudenken. In vielen internationalen Kontexten gehört es zum Standard mit verschiedenen Methoden die Teilnehmenden dazu zu bringen ihre Sprachangst zu verlieren und die Sprache der Anwesenden wertzuschätzen. Mit Sprachanimation können natürliche Kommunikationsstrategien der Anwesenden unterstützt und die Neugier auf die Partnersprachen geweckt werden. Die Durchführung von mindestens einer Stunde Sprachanimation am Tag gilt für viele interkulturelle Seminaranbieter zum Qualitätsmerkmal für ihre bi- , tri- und manchmal auch multilateralen Programme.

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Das Leben in Zeiten der Militärjunta

Anfang Oktober fand in Dassia auf Korfu in Griechenland ein deutsch-griechischer Fachkräfteaustausch statt. Das Thema: Griechenlands jüngere Geschichte, die Zeit der griechischen Junta von 1967 bis 1974 und ihre Gegner. Ein Bericht über das Seminar, das 2020 aufgrund der hohen Nachfrage nochmals angeboten wird.

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Foto: Herbert Swoboda

An dem Fachkräfteaustausch vom 5. bis 13. Oktober 2019 haben jeweils zehn Menschen aus Griechenland und aus Deutschland im Alter ab 18 Jahren teilgenommen. Wir waren im „Wilde Rose Hotel“ in Dassia untergebracht. Für unseren Austausch standen uns sowohl Räume in der Universität Kerkyra als auch im Wilde Rose Hotel zur Verfügung. Prof. Hans-Bernhard Schlumm von der Universität Kerkyra stand uns nicht nur als Referent sondern auch als Dolmetscher zur Verfügung. Weiterlesen

TakTil: Kunst anders sehen

Stela Anastasaki aus Thessaloniki war mit ihrem Projekt „TakTil“ Teil des diesjährigen START-Jahrgangs für junge Kulturmanager in Griechenland. Sechs Wochen lang half sie dem Ahlener Bürgerzentrum Schuhfabrik, inklusiver für Menschen mit Sehbeinträchtigung zu werden. Im Interview erzählt sie, warum Zugang zu Kunst und Kultur für sie kein Privileg, sondern ein essentielles demokratisches Recht ist.

Agorayouth: Stela, du hast Archäologie, Geschichte und Kunstgeschichte studiert. Wo bist du mit dem Thema Inklusion in Berührung gekommen, sodass du ein eigenes Projekt für Menschen mit Sehbeeinträchtigung umsetzen wolltest?
Stela Anastasaki: Kunst ist meine Leidenschaft. Nach Ende meines Studiums habe ich knapp acht Jahre lang als Kuratorin für Bildungsprojekte im Macedonian Museum of Contemporary Art in Thessaloniki gearbeitet. Es ging dort vor allem darum, das Publikum über partizipative Methoden dazu einzuladen, sich mit den vielseitigen Aspekten von Kunst auseinanderzusetzen. Bei Führungen mit unterschiedlichen Alters- und Zielgruppen, habe ich mehr über deren Bedürfnisse erfahren und konnte die Angebote besser zuschneiden. Gleichzeitig ist mir aufgefallen, dass ich kein einziges Mal eine Gruppe von Menschen mit Sehbeeinträchtigung im Museum hatte. Weiterlesen

Der Erotokritos als Zirkus-Projekt

In den Berliner Herbstferien fand mittlerweile zum fünften Mal der Jugendbegegnungsaustausch zwischen CABUWAZI Berlin Treptow und dem griechischen Dörfchen Mirtos auf Kreta statt. 30 Jugendliche aus beiden Ländern entwickelten innerhalb von zwei Wochen eine Zirkusshow und banden den griechischen Epos Erotokritos ein.

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©Friederike Mühlbach

In Vorbereitung hat das Team aus Treptow überlegt, unter welches Motto dieses Jahr die Begegnung gestellt werden könnte. In den vergangenen Jahren gab es immer politische aktuelle Themen wie zum Beispiel learn to upcycle“ oder shapeshifters. In diesem Jahr hat Britta Niehaus, Standortleiterin bei CABUWAZI Treptow und Initiatorin des Projekts, die zündende Idee entwickelt, ein griechisches Epos als motivische Basis zu nutzen. Der aus der Renaissancezeit stammende VerstextErotokritos ist ursprünglich im kretanischen Dialekt verfasst und gehört darum fest zur kulturellen Identität der Insel. Weiterlesen

Was Igel mit Kultur zu tun haben

Kindern und Erwachsenen die Verbindung vom Menschen zur Natur über Kunst näher bringen – das war das Ziel von Marc Delalondes Projekt Projekt Symbio(s)Art. Während sich die Kinder mit dem Leben eines Igels beschäftigten, schrieben die Erwachsenen über ihre Beziehung zur Natur. Delalonde ist Teil des diesjährigen START-Stipendiaten-Jahrgangs der Robert Bosch Stiftung und hospitierte drei Wochen lang in der Hamburger Kulturorganisation HausDrei e.V. Agorayouth zeigt das Projekt in Bildern.

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40 children learned about hedghog life and ecosystem, through books and educational material. Among the questions they were asked: Where do hedgehogs live? Where do they find their food? How long do they live?  © Johanna Ochner

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© Johanna Ochner

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Fachkräftetraining zum Thema „Migrationsgesellschaft“

Wie kann das Thema Migrationsgesellschaft in der Arbeit mit jungen Menschen so behandelt werden, dass sie Interesse daran entwickeln, sich aktiv bei der Gestaltung dieser einzubringen und so zu einem friedlichen Zusammenleben beizutragen? Dieser Frage will ein deutsch-griechisches Fachkräfteseminar vom 8. bis 15. Dezember im brandenburgischen Grünheide-Kagel nachgehen.

Ziel des Trainings ist die Stärkung von Fachkräften der Jugendarbeit im Umgang mit den Herausforderungen durch Migration und in der Ausgestaltung von Migrationsgesellschaften in Deutschland und in Griechenland. „Der deutsch-griechische Dialog ist besonders spannend, weil sich in beiden Ländern aufgrund der geographischen Lage und des ökonomischen Gefälles zwischen Nord- und Südeuropa  unterschiedliche Modelle von Migrationsgesellschaften herausbilden“, heißt es von Seiten der Organisation Fusion e.V., die das Seminar mit der griechischen NGO Praxis organisieren.

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