Welche neuen Wege und Ausdrucksformen in der Erinnerungskultur wollen Jugendliche gehen? Das Projekt „Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland“ ruft Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 9 bis 13 sowie Lehrkräfte auf, sich mit einem kreativen Beitrag für den Wettbewerb „Challenge History – Remember Hellas“ auf Spurensuche in einem weitgehend unbekannten Kapitel der deutschen Geschichte zu begeben. Anmeldungen bis zum 15. November 2021.

Griechenland, berühmt für seine antike Kultur, warmherzige Gastfreundschaft und zahlreichen Naturschönheiten, ist eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Doch nur die wenigsten deutschen Besucher wissen um die gemeinsame jüngere Geschichte beider Länder, die im Zweiten Weltkrieg tiefe Wunden hinterlassen hat. Der deutsche Angriffskrieg vor 80 Jahren und die sich daran anschließende blutige dreieinhalbjährige Besatzung hat tausende von Menschenleben gekostet. Die große Hungersnot im Winter 1941/42, die Vernichtung der jüdischen Gemeinden Griechenlands, die Zerstörung von nahezu 800 Ortschaften und die zahllosen Verbrechen an der griechischen Zivilbevölkerung haben sich tief ins kollektive Gedächtnis des Landes eingebrannt.
Der Wettbewerb findet im Rahmen des Projekts „Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland“ (MOG) an der Freien Universität Berlin und möchte das Bewusstsein der Jugend für die deutsch-griechische Geschichte stärken sowie Demokratieverständnis und Toleranz aus einer gesamteuropäischen Perspektive fördern. Womit verbindet man die Orte Distomo, Kalavryta und Kommeno? Wie hat die deutsche Besatzung jüdisches Leben in Griechenland verändert? Welche Formen des Widerstands ergriff die griechische Bevölkerung? Und warum gehen uns all diese Fragen auch heute, 80 Jahre danach, immer noch etwas an?
Weiterlesen



Zehn Schüler der Deutschen Schule Thessaloniki waren im Juli zu Gast in der deutschen Partnerstadt Leipzig. Dort warteten spannende Praxiserfahrungen in lokalen Betrieben und ein buntes Rahmenprogramm auf die jungen Griechen.
Die schwierige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, etwa den schrecklichen NS-Verbrechen an der griechischen Zivilbevölkerung während der deutschen Besatzung zwischen 1941 bis 1944 und den Verfolgungen von politisch Andersdenkenden, psychisch und körperlich Beeinträchtigten und sozialen Randgruppen, war ein zentrales Thema der beiden Begegnungen im Projekt „Misfits: Diversity Uncovered“, das von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft/Europeans for Peace gefördert wurde. Nicht minder wichtig, war dabei aber auch das Feiern der Vielfalt in Europa, das immer wieder thematisiert und in der Freizeit von den Jugendlichen auf vielfältige Weise umgesetzt wurde. Und dennoch war es die Aufarbeitung der Geschichte, die die Jugendlichen letztlich noch näher zusammenbrachte in der gemeinsamen Überzeugung, dass Unterschiede keine Rolle spielen und auch nie wieder spielen dürfen in einer lebendigen europäischen Gemeinschaft.