2017 war das bisher intensivste in der Zusammenarbeit mit dem griechischen Bildungsministerium und griechischen Partnern. Thomas Thomer, Unterabteilungsleiter im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zieht seine persönliche Jahresbilanz.
Seit 2016 stellt der Deutsche Bundestag erhebliche Mittel für die Errichtung des Jugendwerks und zur Intensivierung des Austausches zur Verfügung. Mit diesen Mitteln konnten im Rahmen eines Sonderprogramms bisher mehr als 200 deutsch-griechische Maßnahmen gefördert werden. 2017 war das bisher intensivste Jahr unserer Zusammenarbeit mit dem griechischen Bildungsministerium und weiteren griechischen Partnern. Weiterlesen
Auf dem Weg zum Jugendwerk
Am 12. September 2014 unterzeichneten die damalige Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) und Griechenlands Botschafter S. E. Panayotis Zografos im Beisein des damaligen Bundespräsidenten, Joachim Gauck (parteilos) und dem Präsidenten der Hellenischen Republik, S. E. Karolos Papoulias im Berliner Schloss Bellevue eine gemeinsame Absichtserklärung zur Errichtung eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks (DGJW). Am 04. Juli 2019 wird das Abkommen zur Errichtung des Jugendwerks in Berlin unterzeichnet. Am 1. April 2021 nimmt der Prozess der Anbahnung des Jugendwerks ein Ende, denn das DGJW nimmt mit Büros in Leipzig und Thessaloniki seine Arbeit auf, um Begegnungen junger Menschen und von Fachkräften aus Griechenland und Deutschland zu fördern.
Fachtag im Deutsch-Griechischen Jugendaustausch: Inklusion leben
Am 9. und 10. November 2017 stand das Thema Inklusion im Deutsch-Griechischen Jugend- und Fachkräfteaustausch im Fokus: Akteure aus beiden Ländern kamen in der erst kürzlich eröffneten barrierefreien Bayreuther Jugendherberge zusammen, um zu sensibilisieren für die Unterschiede zwischen den Ländern bei dem Thema, aber auch um Inklusion zu (er)leben und darüber nachzudenken, wie Austausche noch weiter geöffnet werden können.
Was ist schon „normal“? Eine Frage, die Menschen – unabhängig von einer körperlichen Einschränkung– unterschiedlich beantworten. „Wenn Leute durch ihr Verhalten auffallen, wenn sie sich zum Beispiel irritierend bewegen oder verhalten, führt das zu unerwünschten Reaktionen. Zum Beispiel gibt es im Arbeitsalltag bestimmte Anforderungen, die „normal“ sind, denen man entsprechen muss, die aber nicht so sein müssten“, erklärte Aristoula Papadopoulou, Aktivistin im Bereich Inklusion. Für viele Menschen mit Behinderungen gehe es um das (gesellschaftliche) „behindert werden“. Die Idee der Inklusion sei viel mehr jeden so zu nehmen und wertzuschätzen wie er ist. Helena Katsiavara von der POP Initiativgruppe Griechische Kultur in Köln ergänzte: „Bei Jugendbegegnungen grenzt es für mich jedes Mal wieder an ein Wunder zu sehen, dass innerhalb von wenigen Tagen eine Art Gleichstellung über die Ebene der Kunst stattfindet, weil es ein gemeinsames Objekt oder Ziel gibt, das man gemeinsam verwirklichen will“. Weiterlesen
“Wir brauchen eine nationale Strategie”
Agorayouth hat mit dem Jugendarbeiter und Trainer Filaretos Vourkos gesprochen. Als studierter Ingenieur zog es ihn vor zwölf Jahren in die Jugendarbeit: In seiner Heimatstadt Kalamata gründete er die NGO K.A.NE, baute ein Jugendzentrum und das Kalamata Street Festival für die Jugend auf und engagiert sich zwei Jahren auch in der Hellenic Youth Workers Association.
Agorayouth: Filaretos, Ende Juni hat sich die Hellenic Youth Worker Association in Thessaloniki getroffen. Was ist euer aktueller Stand?
Filaretos Vourkos: Bei dem Treffen haben wir Arbeitsgruppen für unsere Vorschläge an das griechische Bildungsministerium zur Anerkennung der Jugendarbeit als Berufsstand festgelegt. Die Arbeitsgruppen leisten Forschungs- und Recherchearbeit für den Weg der Jugendarbeit im Bildungssektor Griechenlands. Zusätzlich haben wir die Wahlen zum neuen Vorstand im Oktober vorbereitet – momentan haben wir immer noch einen kommissarischen, vorläufigen Vorstand, obwohl der Verein bereits 2015 gegründet wurde. Anfangs ging es sehr stark um den Status der Beschäftigten, weil Jugend- oder Sozialarbeiter kein anerkannter Beruf ist. Zusätzlich dazu haben die allermeisten Kommunen keine Einrichtungen, an die sich junge Menschen wenden können, für Programme, Berufsorientierung usw. Und das in einem Land, in dem die Jugendarbeitslosigkeit dermaßen hoch ist. Weiterlesen
Deutsch-Griechisches Jugendwerk: Vereinbarung unterzeichnet
Am Mittwoch, den 26. Juli 2017 war es soweit: Bundesjugendministerin Katarina Barley (SPD) und Pafsanias Papageorgiou, Generalsekretär für Lebenslanges Lernen und Jugend im Ministerium für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten der Hellenischen Republik, unterzeichneten in Berlin eine Ressortvereinbarung zwischen den beiden Ministerien. Diese legt die weiteren Arbeitsschritte zur Gründung und Eröffnung eines Deutsch-Griechischen-Jugendwerks (DGJW) fest.
„Deutschland und Griechenland verbindet viel. Deswegen freue ich mich besonders, dass wir heute einen wichtigen Schritt zur Vertiefung unserer jugendpolitischen Zusammenarbeit getan haben. Ich wünsche mir, dass dieses Jugendwerk eine ähnliche Bedeutung für die Jugendarbeit erlangt wie das Deutsch-Polnische oder das Deutsch-Französische Jugendwerk“, sagte Bundesjugendministerin Katerina Barley (SPD) bei der Unterzeichnung. Etwa 50 Gäste aus Deutschland und Griechenland waren in das Berliner Ministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend (BMFSFJ) eingeladen worden, darunter auch eine Gruppe junger Künstler aus Deutschland, Griechenland und Italien, die mit dem europäischen Kunstprojekt PHYSIS einen Monat in Berlin verbringen. Weiterlesen
Bonn – Kryoneri: Jugend und Kunst
Was auf dem 2. Deutsch-Griechischen Jugendforum begonnen hat, soll bereits Mitte Mai zu einem Fachkräfteaustausch führen: Martin Hermann vom Bonner Verein für Jugendförderung und Panos Poulos von der griechischen NGO Filoxenia in Kryoneri bei Korinth organisieren ihn. Im Sommer soll dann die Jugendbegegnung mit anschließender Rückbegegnung in Bonn folgen. Das Thema: Kunst und Natur.
Agorayouth: Der Bonner Verein für Jugendförderung arbeitet bereits seit 1990 in der Unterstützung lokaler Vereine in ihrer internationalen Jugendarbeit. Wie kam denn die Kooperation mit Griechenland zustande?
Martin Hermann: Wir haben 50 Mitglieder, die haupt- oder ehrenamtlich in Sozial-, Kinder- oder Jugendorganisationen tätig sind oder waren. Wir glauben, dass internationale Jugendarbeit wesentlich zum friedlichen Miteinander der Kulturen beitragen kann und beraten und unterstützen deshalb bei der Planung und Antragsstellung. Es gibt bereits Kooperationen für Jugendbegegnungen und Fachkräfteaustausche mit Finnland oder Israel. Bei unseren Vereinen kam dann die Idee, stärkere Beziehungen zu Griechenland aufzubauen gut an und deshalb sind wir Anfang März zum 2. Deutsch-Griechischen Jugendforum nach Thessaloniki gefahren.
Jugendherbergswerk: Mit der Jugend in die Pampa
Die ersten Schritte zum Aufbau eines griechischen Jugendherbergswerks mit deutscher Unterstützung wurden bereits beim ersten Deutsch-Griechischen Jugendforum 2014 in Bad Honnef gemacht. Für Agorayouth ziehen die beteiligten Akteure, Gunnar Grüttner vom Deutschen Jugendhebergswerk (DJH) und Panos Poulos von der griechischen NGO Filoxenia, eine Zwischenbilanz und erklären ihre Pläne für die Zukunft.
Agorayouth: Herr Grüttner, Herr Poulos, direkt im Anschluss an das Jugendforum in Thessaloniki sind Sie für einen study visit nach Deutschland geflogen, um Jugendherbergen anzuschauen – erst in Berlin und dann im unteren Weser-Ems-Land. Warum das?
Panos Poulos: So etwas wie das Deutsche Jugendherbergswerk gibt es in Griechenland noch nicht. Meine Organisation Filoxenia bietet allerdings bereits heute Seminare zu Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen für junge Menschen an. Wir haben ein eigenes Haus, in dem unsere Teilnehmer übernachten können. Ich kann mir gut vorstellen, darauf aufbauend eine Art Jugendherbergswerk zu etablieren.
Gunnar Grüttner: Ich bin beim DJH für internationale Kooperationen zuständig. Wir sind der Dachverband aller Jugendherbergen in Deutschland. In unseren Landesverbänden versammeln sich rund 500 Häuser. In Berlin habe ich einer etwa zehnköpfigen griechischen Hostel-Delegation eine unserer neuesten Jugendherbergen gezeigt. Und auch unser Verband im unteren Weser-Ems-Land möchte die Griechen gerne bei ihrer Aufbau-Arbeit unterstützen. Weiterlesen
Das Potenzial des DGJW für die Harmonisierung der Deutsch-Griechischen Beziehungen
Nicht nur in ihrem Namen wird deutlich, dass sie griechische und deutsche Wurzeln hat. Ariadne Dimakou Bertels sind die gespannten Beziehung zwischen Deutschland und Griechenland ein persönliches Anliegen. In ihrer Masterarbeit widmet sie sich deshalb dem Deutsch-Griechischen Jugendwerk (DGJW). Sie untersuchte dessen Möglichkeiten für die Harmonisierung der bilateralen politischen Beziehungen – mit interessanten Ergebnissen.
“In Deutschland geboren und in Griechenland zweisprachig aufgewachsen, fühle ich mich in beiden Kulturen zuhause”, sagt Ariadne. “Durch die Wirtschaftskrise der letzten Jahre hat sich der Ton im Dialog meiner beiden Heimatländer und das gegenseitige Nationenimage sehr negativ verändert. Politiker und Medien kultivierten mit ihren Beiträgen ein feindliches Denken in der bilateralen öffentlichen Meinung, was zu einer Entfremdung zwischen den Ländern führte und zudem die ungelösten Themen zwischen den ehemaligen Gegnern im Zweiten Weltkrieg an die Oberfläche brachte“, sagt sie. Oft vernachlässigten Medien und Politiker die ausgewogenen Seiten in der Geschichte von Deutschland und Griechenland zu erwähnen. Weiterlesen
Deutsch-griechischer Jugendaustausch – eine Jahresbilanz
Rolf Stöckel ist Beauftragter für die Anbahnung des Deutsch-griechischen Jugendwerks und zieht seine persönliche Jahresbilanz. Gerade bei den Austauschprogrammen ist viel passiert, die politischen Verhandlungen kommen dagegen nur langsam voran.
Politische Bildung im Austausch
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend treibt den deutsch-griechischen Jugendaustausch durch Fachtage voran. Am 16. November standen Informationen rund um Politische Bildung im Deutsch-Griechischen Jugendaustausch im Fokus. Deutsche und griechische Akteure des Jugendaustauschs aus kulturellen Trägern, Behörden und Kommunen kamen in Bonn zusammen, um Konzepte zu entwickeln, mit denen sich der Austausch realisieren lässt. Und sie sensibilisierten für die Unterschiede zwischen beiden Ländern bei dem Thema. Politische Bildung in Deutschland hat ein anderes Fundament als in Griechenland. Das wurde allen Teilnehmenden klar.
Zweites Deutsch-Griechisches Jugendforum findet in Thessaloniki statt
Seit dem ersten Deutsch-Griechischen Jugendforum in Bad Honnef 2014 haben sich vielfältige Kontakte zwischen den Jugendorganisationen beider Länder entwickelt. Allein im Jahr 2016 wurden um die hundert deutsch-griechischen Jugend- und Fachkräfteaustausche gefördert.
Um die Kontakte auf allen Ebenen weiter auszubauen und zu intensivieren freuen wir uns über die Planung des 2. Deutsch-Griechischen Jugendforums vom 05. März bis zum 08. März 2017 in Thessaloniki mit den Themen Inklusion/soziale Teilhabe in der Internationalen Jugendarbeit.