Was auf dem 2.Deutsch-Griechischen Jugendforum begonnen hat, soll bereits Mitte Mai zu einem Fachkräfteaustausch führen: Martin Hermann vom Bonner Verein für Jugendförderung und Panos Poulos von der griechischen NGO Filoxenia in Kryoneri bei Korinth organisieren ihn. Im Sommer soll dann die Jugendbegegnung mit anschließender Rückbegegnung in Bonn folgen. Das Thema: Kunst und Natur. 

Agorayouth: Der Bonner Verein für Jugendförderung arbeitet bereits seit 1990 in der Unterstützung lokaler Vereine in ihrer internationalen Jugendarbeit. Wie kam denn die Kooperation mit Griechenland zustande?
Martin Hermann: Wir haben 50 Mitglieder, die haupt- oder ehrenamtlich in Sozial-, Kinder- oder Jugendorganisationen tätig sind oder waren. Wir glauben, dass internationale Jugendarbeit wesentlich zum friedlichen Miteinander der Kulturen beitragen kann und beraten und unterstützen deshalb bei der Planung und Antragsstellung. Es gibt bereits Kooperationen für Jugendbegegnungen und Fachkräfteaustausche mit Finnland oder Israel. Bei unseren Vereinen kam dann die Idee, stärkere Beziehungen zu Griechenland aufzubauen gut an und deshalb sind wir Anfang März zum 2. Deutsch-Griechischen Jugendforum nach Thessaloniki gefahren.

Agorayouth: Beim Forum konnten Sie dann gezielt Kontakte knüpfen oder was war die Motivation teilzunehmen?
Hermann:
Genau, wir wollten Kontakte in den Bereichen Sport, Kunst und Kultur knüpfen und hatten vom IJAB schon den Kontakt zur griechischen NGO Filoxenia vermittelt bekommen – die Idee war also schon da. Getroffen haben wir Panos von der Organisation dann aber in Thessaloniki zum ersten Mal. Thematisch haben wir uns auf ein Kunstprojekt geeinigt, was nachhaltig sein soll – also vor allem vor Ort sichtbar.
Panos Poulos: Die Zielgruppe für den Jugendaustausch ist vor allem die ländliche Jugend, die geographisch benachteiligt ist. Das meint dann zum Beispiel auch Mädchen mit Isolationsmerkmalen, zum Beispiel was patriarchale Strukturen in den Familien angeht. Da versuchen wir die Begegnung für zu öffnen. Vorausgehen wird aber ein Fachkräfteaustausch im Mai, bei dem wir das Programm genauer abstecken wollen.

Agorayouth: Mai ist ja schon relativ bald – können sich Fachkräfte noch dafür melden?
Hermann: Jein, für den Fachkräfteaustausch gibt es schon genug Teilnehmer aus Jugendorganisationen, aber wir freuen uns natürlich über Teilnehmer für die Jugendbegegnung selbst! Beim Fachkräfteaustausch in Kryoneri wollen wir den Austausch im Sommer vorbereiten und uns die Lokalitäten anschauen. Es soll zum Beispiel ein Mosaik entstehen, das dann natürlich noch weit über die Begegnung hinaus sichtbar sein wird – sodass Jugendliche auch selbst erleben, dass sie etwas langfristiges schaffen können.

Agorayouth: Könnt ihr schon etwas zum aktuellen Planungsstand sagen?
Poulos:
Beim Fachkräfteaustausch wollen wir festlegen, was wir genau behandeln: Ob es mehr Umwelt-, Kunst- oder Kulturthemen oder eine Verbindung von allem sein soll oder auch welche Rolle das Thema ländliche Entwicklung spielen soll. Wir haben die Berge und das Meer vor der Tür und auch Kalavryta ist nicht weit entfernt, sodass man die Begegnung auch mit dem Thema Erinnerungskultur bereichern könnte. Fest steht, dass Kunst und Natur im Mittelpunkt stehen sollen.
Hermann:
Wir überlegen momentan noch, ob wir eher ältere Schüler oder auch junge Studierende ansprechen wollen, da müssen wir schauen. Beim Gegenbesuch in Bonn wollen wir dann bewusst partizipativ arbeiten – also, dass wir das Programm nicht schon festlegen, sondern nur den Rahmen setzen und es dann mit den Jugendlichen aus Bonn und Korinth zusammen gestalten, sodass sie ihre eigenen Gedanken und Ideen einbringen können.

Agorayouth: Und was bereitet aktuell noch Schwierigkeiten?
Poulos:
Es hat uns sehr gefreut, dass die Initiative aus Bonn kam. Was immer ein Problem für uns ist, ist, dass es eine Vollfinanzierung gibt, wenn jemand nach Deutschland kommt, aber umgekehrt ist das leider nicht so. Wenn ein Austausch in Griechenland stattfindet, werden die griechischen Teilnehmer nicht gefördert. Es gibt auch kein Budget für Sprachmittler, das ist auch eins der Probleme wenn man mit benachteiligten Jugendlichen arbeitet.

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