Bilaterale Konferenz: es war einmal. heute.

Was macht die deutsch-griechischen Beziehungen wirklich aus? Wie können junge Menschen in Deutschland und Griechenland heute aus ihrem gemeinsamen Erbe schöpfen und was brauchen sie, um ihren Weg hin zu einem solidarischeren Europa zu ebnen? Darum wird es bei der Konferenz „es war einmal. heute.- Bilaterale Konferenz Jugend im Fokus der deutsch-griechischen Beziehungen“ vom 28. – 30. Mai 2018 in München gehen.
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Two nations – one nature

Was haben die nordgiechische Stadt Florina und das hessische Biebrich gemeinsam? Das Projekt „Two nations, one nature“ zwischen der Biebricher Riehlschule und dem 2. Gymnasium Florinas hat sich bereits vor vier Jahren zum Ziel gemacht, die gemeinsame Geschichte zu thematisieren. Agorayouth hat mit Schulsozialarbeiter Markus Mildner gesprochen, der den Austausch mitbetreut.

Agorayouth: Herr Mildner, „Two nations – one nature“ der Titel spielt einerseits auf das Natur-Klima-Thema des Jugendaustauschs zwischen dem 2. Gymnasium Florinas und der Biebricher Riehlschule an, andererseits auf die Erfahrung die man oft während einer internationalen Begegnung macht, gar nicht so unterschiedlich zu sein…
Marcus Mildner
: Das ist bereits die vierte Runde unseres Projektes – im Januar war die griechische Gruppe für eine Woche zu Gast in Wiesbaden, jetzt Ende März, folgt der Gegenbesuch in Florina. Wir hatten jeweils 20 Schülerinnen und Schüler aus der siebten Klasse von beiden Seiten dabei. Als die griechische Gruppe in Deutschland ankam, warteten unsere Schüler mit Begrüßungsplakaten und voller Aufregung auf die gemeinsame Zeit in der Jugendherberge in Wiesbaden. Schon auf der Fahrt nach Wiesbaden, bahnten sich die ersten Kontakte an. Weiterlesen

Warum ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk? (3)

Bereits 2014 wurde der Grundstein für ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk gelegt. Ende April gehen die Regierungsgespräche zu einem Deutsch-Griechischen Jugendwerk in die nächste Runde. Zeit nachzufragen: Warum überhaupt ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk? Akteure aus Politik und Jugendaustausch aus beiden Ländern geben Antworten – im letzten Teil unserer Umfrage.

Markus Ingenlath@LaurenceChaperon

Markus Ingenlath, DFJW. Foto: Laurence Chaperon.

„Die Aufnahme eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks in den Kreis der Fach- und Förderstellen der Internationalen Jugendarbeit in Deutschland ist ein wichtiges Signal an unsere Nachbarn und Freunde in den südlichen Ländern Europas. Vor dem Hintergrund der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Europa kann die Bedeutung des interkulturellen Lernens nicht hoch genug geschätzt werden. Der Sprach- und Kulturaustausch zwischen jungen Menschen unterschiedlicher Herkunft trägt nämlich maßgeblich dazu bei, dass Europa zusammenwächst und der europäische Geist nachhaltig gestärkt wird. Gleichzeitig ist der Status einen „Jugendwerks“ untrennbar mit dem Dialog auf Augenhöhe und einer engen Verzahnung unterschiedlicher Instanzen verbunden. Jugendwerke arbeiten in gemischten Teams und durchgängig mit zwei Arbeitssprachen. Zudem sind sie autonom in der Mittelverwaltung und regierungsunabhängig. Mit dieser Verantwortung richtig umzugehen will gelernt sein und bedarf Erfahrung, Kompetenzen und nicht zuletzt einem starken politischen und gesellschaftlichen Rückhalt. Ein Jugendwerk ist auch Motor und Knotenpunkt für ein sehr viel größeres Netzwerk; es bringt Akteure aus ganz unterschiedlichen Fachgebieten zusammen, damit ein möglichst breitgefächertes Programmportfolio für ganz unterschiedliche Zielgruppen umgesetzt werden kann. Ein Jugendwerk ist also auch Kompetenzzentrum, das aus seiner Erfahrung und der seiner Partner schöpft, um dem internationalen Jugendaustausch immer neue Impulse zu verleihen.“
Dr. Markus Ingenlath, Generalsekretär des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW)

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DGJW: Warum überhaupt…? (2)

Bereits 2014 wurde der Grundstein für ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk gelegt. Knapp sechs Monate vor dem 3. Jugendforum in Köln gehen die Regierungsgespräche zu einem Deutsch-Griechischen Jugendwerk Ende April in die nächste Runde. Zeit nachzufragen: Warum überhaupt ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk? Akteure aus Politik und Jugendaustausch geben Antworten – nun Teil 2 unserer Umfrage.

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Panos Paulos bei einem Fachtag in Deutschland. Foto: agorayouth.

„Die Errichtung eines  Deutsch-Griechischen Jugendwerks mit der legalen Form einer internationalen Organisation, wie es von deutscher Seite vorgeschlagen wurde, wäre nicht nur eine stabile Finanzierungsmöglichkeit des griechisch-deutschen Jugendaustausches auf allen Ebenen, sondern auch die einzige stabile Finanzierungsmöglichkeit der Jugendarbeit in Griechenland überhaupt. Griechenland hat keinen gesetzlich verankerten Jugendplan, der eine institutionelle und dauerhafte Unterstützung der Jugendarbeit garantiert. Die einzige stabile Finanzierungsquelle für Jugendaktivitäten in Griechenland sind die Mobilitätsprogramme der Europäischen Union, die je nach Regierungswechsel in Griechenland immer wieder gelitten haben. Eine internationale Organisation ist völkerrechtlich an einer festen und transparenten Finanzierung gebunden und nicht leicht von Regierungswechsel beeinflussbar. Deswegen hat die griechische Zivilgesellschaft von Anfang an genau dieses Vorhaben unterstützt und glaubt fest daran, dass dies die einzige Möglichkeit ist, eine ernsthafte Unterstützung der Jugendarbeit in Griechenland zur errichten. Bilaterale Büros bzw. Koordinierungszentren haben keine Perspektive, sind regierungspolitikabhängig, schließen die Zivilgesellschaft aus und laufen Gefahr, ähnlich zu enden, wie die deutsch-griechischen bilateralen Protokolle im Jugendbereich.“
Panos Poulos, Dipl.-Pol. gehört zu den Gründern der Organisation Filoxenia in Kryoneri, Korinth.

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Warum überhaupt ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk…? (1)

Bereits 2014 wurde der Grundstein für ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk gelegt. Knapp sechs Monate vor dem 3. Jugendforum in Köln gehen die Regierungsgespräche zu einem Deutsch-Griechischen Jugendwerk Ende April in die nächste Runde. Zeit nachzufragen: Warum überhaupt ein Deutsch-Griechisches Jugendwerk? Akteure aus Politik und Jugendaustausch geben Antworten – Teil 1 der Umfrage.

Estia Akropolis
Friedrich Kersting (ganz rechts) während seines Freiwilligendienstes in Athen. Foto: privat

„Ein Jugendwerk als internationale, zwischenstaatliche Organisation verbinde ich mit der nachhaltigen Versöhnung und Verständigung über die geteilte Geschichte, mit aktiver Jugend und Zivilgesellschaft und mit dem gemeinsamen Engagement für ein gerechteres und solidarischeres Europa in Zukunft. Genau so ein Jugendwerk scheint das richtige für die deutsch-griechischen Beziehungen, die jungen Menschen beider Länder und deren gemeinsamen Perspektiven zu sein. Dieser Zugang zu persönlichem Austausch und Erfahrungen, wie ich sie auch selbst erlebt habe, sind der beste Weg zum Abbau von gegenseitigen Vorbehalten und zum Aufbau von beiderseitigem Vertrauen und Verständnis.“
Friedrich Kersting, Politikwissenschaftler und ehemaliger Freiwilliger im Projekt ElanDe der Evangelischen Freiwilligendienste, der Evangelischen Kirche Deutscher Sprache in Athen und der Apostoli 

 

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Chiara Aron: Auf der Suche nach dem Puls Europas

Thema suchen, Reiseroute planen, Flugticket buchen und los gehts mit den Erfahrungen? Ganz so einfach ist es nicht, aber eine Portion Spontanität schadet nie, erzählt die Studentin Chiara Aron. Mit dem Griechenland-Reisestipendium der Kreuzberger Kinderstiftung war sie drei Wochen lang in Thessaloniki, auf Mykonos, in Athen, Kavala und in der Studentenstadt Komotini unterwegs und hat Antworten gesucht auf die Frage: Wie steht es hier mit dem Puls Europas?

Agorayouth: Chiara, du warst im Herbst 2017 drei Wochen lang in Griechenland unterwegs. Was wolltest du während deiner Reise herausfinden?
Chiara Aron:
Ich habe mich auf die Suche nach dem „Pulse of Europe“ begeben, wie es im Titel meines Reiseberichts heißt. Konkret bedeutet das: Ich habe junge Menschen gefragt, was sie von der EU halten und ob sie ihre Zukunft darin sehen. Besonders interessiert haben mich die Leute, die sich aktiv engagieren, also für Europa kämpfen: Was ist ihre Motivation? Weiterlesen

Bewegte Zeiten: Deutsch-Griechisches Theaterprojekt

Agorayouth sprach mit Elisabeth Subasic von der Evangelischen Schüler*- und Schülerinnen*arbeit im Rheinland e.V. über das im Juli 2018 stattfindende Theaterprojekt „Bewegte Zeiten“.

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Inklusioncamp: Ostern auf Korfu

Ostern auf Korfu verbringen? Nicht nur wegen der reichen Tradition um die Osterzeit lohnt sich eine Reise auf die Ionische Insel: Vom 24.03.2018 bis 07.04.2018 findet dort das Inklusionscamp für Jugendliche mit und ohne Behinderung der Wilde Rose e.V. statt.

An der Fahrt sollen wieder  Jugendliche mit und  Jugendliche ohne Behinderung teilnehmen sowie BetreuerInnen und Pflegekräfte (12-21 Jahre). Auch Familien mit Kindern sind herzlich willkommen. Weiterlesen

Fachtag: Berufliche Orientierung im Deutsch-Griechischen Jugendaustausch

Die berufliche Bildung hat einen hohen Stellenwert im Jugend- und Fachkräfteaustausch mit Griechenland. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend lädt daher am 22. März 2018 zum Fachtag „Berufliche Orientierung im deutsch-griechischen Jugendaustausch“ nach Bonn ein. Interessierte können sich noch bis zum 02. März anmelden. Weiterlesen

Wenn 1963 wie gestern wirkt

Die Wirtschaft in Deutschland boomte, die Arbeitslosenquote betrug gerade einmal 0,1 Prozent. Inzwischen liegt das Anwerbeabkommen zwischen Griechenland und Deutschland knapp 58 Jahre zurück. Hans-Jörg Eckardt half den ersten Gastarbeitern aus Griechenland beim Ankommen und setzte das Abkommen von Thessaloniki aus um. Auf agorayouth.com erinnert er sich an seine Zeit in Griechenland, denn er will, dass auch die Jugend weiß wie prägend die Zeit für die Gastarbeiter, aber auch für Deutschland war.

Wenn Hans-Jörg Eckardt und seine Frau Doris von ihrer Zeit in Thessaloniki erzählen, wirkt es so als sei das vielleicht 10 Jahre her und nicht 55. So präsent sind die beiden in ihren Erzählungen. Sie haben massenhaft Dokumente, Fotos, Tagebucheinträge und Erinnerungen über die Zeit der ersten Gastarbeiter in Deutschland gesammelt – und das Thema lässt sie bis heute nicht los: Hans-Jörg Eckardt setzt sich im Landesseniorenrat Baden-Württemberg für die Anliegen von Migranten im Alter für die Lösung der wachsenden Probleme des späten Lebensabschnitts in der Fremde ein. Doris ist in der Hausaufgabenhilfe für Förder- und Grundschüler aktiv und hilft Kindern mit Migrationshintergrund, nicht selten auch der Enkelgeneration der ehemaligen Gastarbeiter. Vor einigen Jahren hat sie sich dafür eingesetzt, dass es in jeder Kindergartengruppe ihres Heimatortes, Schwaikheim bei Stuttgart, eine Vorleseoma gibt, die oftmals mit Bilderbüchern die ersten deutschen Worte an die Kleinsten vermitteln, aber auch Einsätze im betreuten Wohnen und Pflegeheim bei der ersten Generation der Gastarbeiter gehören dazu. Weiterlesen