»Wie es war und wie es ist« 🎶

Zum ersten Mal fand in den Einrichtungen der Jugendzentren Köln eine internationale Jugendbegegnung statt – digital! Seit Januar 2021 beschäftigten sich 30 junge Menschen aus Thessaloniki und Köln mit der Geschichte des Nationalsozialismus und historischen und gegenwärtigen Formen von Rassismus, Antisemitismus, Ausgrenzung und Diskriminierung. Entstanden sind daraus zwei Musikvideos und Songs und ein Dokumentarfilm.

Von Januar bis Ende April 2021 haben sich rund 30 Jugendliche im Alter zwischen 14 und 27 Jahren aus Thessaloniki und Köln über eine digitale Plattform mit Erinnerungsorten an den Nationalsozialismus in ihren jeweiligen Städten auseinandergesetzt. Das Projekt setzte. damit ein starkes Zeichen für die Auseinandersetzung mit dem Holocaust und dem Nationalsozialismus. Ziel war es, das Bewusstsein über Verfolgung und Rassismus in den jeweiligen Städten durch künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema zu schaffen. In regelmäßigen Zoom-Konferenzen fanden Workshops statt, in denen Videoclips vorbereitet, gruppenweise Texte geschrieben  und Tanzchoreografien einstudiert wurden.  

Dazu trafen sich pädagogische Fachkräfte aus Deutschland und Griechenland zunächst virtuell, um eine Grundstruktur für das Projekt auszuarbeiten. Im anschließenden Austausch mit den teilnehmenden Jugendlichen in Deutschland wurde das Format der Umsetzung besprochen. Daraus entstand die Idee, ein Musikvideo zu produzieren. Dies stellte für die Teilnehmenden die ideale Kombination aus dem Erinnern an Vergangenes durch moderne Elemente wie Rap, Tanz sowie BMX und Scooter fahren dar.

Darauf folgten digitale Treffen zum Kennenlernen der beiden Projektgruppen. Durch spielerische Annäherung an das Thema, z. B. Städtequiz oder interaktive Kooperationsaufgaben, wurde eine solide Ausgangslage geschaffen, um in spezifischere Themen wie z.B. die Grundrechte einzutauchen. Die Kölner Gruppe bereitete das Musikvideo durch digitale Workshops in den entsprechenden Bereichen (Musik, Tanzchoreografien, BMX und Scooter fahren) vor. Die Herausforderung, das Vergangene mit dem Neuen zu vereinbaren, war dabei immer im Fokus der Teilnehmenden. Zusätzlich wurde das gesamte Projekt permanent durch Zoom-Konferenzen der pädagogischen Fachkräfte beider Länder begleitet und geformt. Dies beinhaltete u. a. die Organisation der Treffen, Updates zum Projektfortschritt oder die Vorbereitung der Abschlusspräsentation.

Die Workshops waren ein sehr ermutigendes Experiment, das die Situation in Corona-Zeiten widerspiegelte und interessante Einblicke in die Möglichkeiten einer Online-Zusammenarbeit junger Menschen bot. Sie zeigten auch, dass es möglich ist, Jugendliche digital zusammenzubringen und sie zusammenarbeiten zu lassen und, dass dies zu hochwertigen Arbeiten führt. Das Thema Holocaust war insgesamt ein sehr komplexes und schwieriges Thema. Alle drei entstandenen Filme boten daher auch eine interessante Reflexion, indem sie sich mit Distanz mit dem Thema in den jeweiligen Ländern/Städten auseinandersetzten.

Eine Präsentation der Ergebnisse aus beiden Städten fand am 18. Mai 2021 über die Plattform Twitch statt. Entstanden sind zwei Musikvideos und zwei Songs zum Thema Holocaust sowie ein Dokumentarfilm. In Köln ist die „Tour des Gedenkens – NS – Erinnerungsorte“ durchgeführt worden.

Es war ein Experiment sowohl für die Teilnehmenden Jugendliche als auch für die pädagogischen Fachkräfte, die das Projekt begleitet haben, mit vielen neuen Ansätzen und Lösungen. Alles in allem war das Feedback der Teilnehmenden sehr positiv. Das Projekt wurde mit seinen Ergebnissen in beiden Städten wahrgenommen und positiv bewertet. Die Partnerschaft der Jugendeinrichtungen in Köln und Thessaloniki wurde durch das Projekt gefestigt. Und Mitte Juli fand dann sogar die analoge Begegnung “Remember for the Future“ in Köln statt.

Text und Fotos: Anastasia Sakavara

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