Die Perspektive wechseln

Bunte Flyer, Poster und Sticker schmücken den Kellerraum der Jugendherberge in Köln. Mehre Tische sind aneinander gereiht, Infomaterialien liegen bereit und langsam füllt sich der „Markt der Möglichkeiten“ auch mit Besuchern. Hier soll es am Abend des zweiten Tages die Chance geben, einen Überblick über die Vielzahl an Jugendprojekten zu gewinnen und einzelne Aktionen genauer kennenzulernen. Hinter und vor den Infotischen stehen dafür die jeweiligen Ansprechpartner der Projekte für Fragen bereit. Mit zwei von ihnen haben wir gesprochen.

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Felix Heins’ Engagement in der Geflüchtetenhilfe in Griechenland hat auf Lesbos begonnen, heute arbeitet er bei der Organisation Arsis in der Epirus-Region. Von juristischer Hilfe, über psychosoziale Hilfe bis hinzu „child friendly spaces“ und Sprachunterricht setzt die Arbeit von Arsis überall dort an, wo gerade akut Hilfe benötigt wird, erzählt er.

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Leipzig als Schmiede internationaler Jugendbegegnungen

Als zukünftiger deutscher Standort für das Deutsch-Griechische Jugendwerk kommt Leipzig eine besondere Rolle in Jugendaustauschprogrammen zwischen den beiden Ländern zu. Auf dem 3. Deutsch-Griechischen Jugendforum stellte Jessica Reinsch vom soziokulturellen Zentrum – Die Villa zwei Pilotprojekte der internationalen Jugendarbeit aus der ostdeutschen Stadt vor.

„Wir weit weg“: Jugendliche organisieren Erasmus-Austausche
Seit 2015 organisiert die Kindervereinigung Leipzig e.V. mit ihrem Projekt „Wir weit weg“ über Erasmus+ internationale Jugendbegegnungen an mittlerweile sieben Schulen. Das Besondere dabei: Schüler werden aktiv in alle Planungsprozesse eingebunden. „Wir weit weg“ richtet sich an Jugendliche, die an ihrer Schule einen Abschluss nach der zehnten Jahrgangsstufe machen. Je zwei ehrenamtliche Coaches werden pro Schule eingesetzt. Gemeinsam mit den Jugendlichen suchen sie ein Projekt-Thema, zum Beispiel Recycling, Hip-Hop, Essen oder auch geschichtliche Aufarbeitung und ein europäisches Land aus, in dem die Jugendbegegnung stattfinden soll. Die Schüler erstellen dabei eigene Activity-Pläne und ihre Coaches achten auf die Vorgaben für den Erasmus-Antrag. Wichtig für das Projekt ist der Peer-to-Peer-Ansatz: Zwischen Coaches und Jugendlichen soll eine Vertrauensbasis und keine Hierarchie stehen. Während der Reise in das Austauschland sind die Coaches dann ohne zusätzliche Betreuung durch Lehrkräfte mit den Jugendlichen unterwegs. Weiterlesen

Fishbowl: #myeurope? (DE/EL)

Beim 3. Deutsch-Griechischen Jugendforum ging es auch darum, dass junge Leute ihre  Anliegen formulieren. Bei einer Fishbowl-Diskussion von jungen Griechen und Deutschen wurden Themen rund um Zukunftsängste, populistische Tendenzen, Migration und europäische Bürgerschaft in beiden Ländern angesprochen. //
Η δεύτερη μέρα του 3ου Ελληνο-γερμανικού φόρουμ έδωσε την ευκαιρία στους συμμετέχοντες να συζητήσουν για θέματα που απασχολούν την νεολαία στην Ευρώπη με τη μέθοδο Fishbowl. Συγκεκριμένα, δόθηκε έμφαση σε θέματα όπως είναι ο φόβος για το μέλλον, η μετανάστευση, η έννοια της ευρωπαϊκής ιθαγένειας και για τις δύο χώρες, καθώς και τις λαϊκίστικές τάσεις.

Elisabeth Subasic (Evangelische Schülerinnen- und Schülerarbeit im Rheinland), Kelly Manoudi (Euphoria), Antonis Bertos (Connect Athens), Timon Mario Aydin Turban (AEGEE Aachen) und Dimitrios Amvrosiadis (Agrio Rodo) und Zafiris Sidiropoulos (Youth Network Athens) diskutierten über die aktive Teilhabe der Jugend auf kommunaler Ebene, über Migration und braindrain, Berufsfindung und -orientierung, die europäische Bürgerschaft und das Aufrechterhalten von gemeinsamer Geschichte über den Jugendaustausch.

Η Elisabeth Subasic (Evangelische Schülerinnen- und Schülerarbeit im Rheinland), η  Κέλλυ Μανούδη (Euphoria), ο Αντώνης Βερτός (ConnectAthens), ο Timon Mario Aydin Turban (AEGEEAachen), ο Δημήτριος Αμβροσιάδης (ΆγριοΡόδο)  και ο Ζαφείρης Σιδηρόπουλος (YouthNetworkAthens) συζήτησαν για την ενεργή συμμετοχή των νέων σε τοπικό επίπεδο, τη μετανάστευση, το φαινόμενο του braindrain, το επαγγελματικό προσανατολισμό, την ευρωπαϊκή ιθαγένεια και για την διατήρηση μίας κοινής ιστορίας ανταλλαγών νέων. Weiterlesen

Dionisis Zafiridis: „Die Gesellschaft ist krank, aber wir können sie heilen“

Dionisis Zafiridis (Fix in Art Thessaloniki) spricht sich beim 3. Deutsch-Griechischen Forum dafür aus, dass Jugendliche und die Zivilgesellschaft nicht nur auf Ausbildung und Karriere schauen, sondern auch der Kunst einen Raum in der Jugendzusammenarbeit zu geben. Marlene Resch hat mit ihm darüber gesprochen was ihn bei seiner Arbeit mit Jugendlichen antreibt.

Agorayouth: Herr Zafiridis, wie sind Sie selbst in Jugendarbeit involviert?
Dionisis Zafiridis: Ich arbeite für Fix In Art, das ist ein Kulturverein in Thessaloniki. Wir sitzen in einer alten Fabrik, die wir als einen sozialen und kulturellen Ort gestalten wollen. Wir arbeiten mit jeglichen Formen der Kunst und nutzen Kunst als eine Methode für soziale Themen wie Integration, Erziehung und informelle Bildung.

Agorayouth: Für Sie persönlich, welche Rolle kann Kunst in der Jugendarbeit spielen?
Es ist essentiell, dass junge Leute sich selbst frei machen können: Frei von all den Informationen und von dem Druck über ihre Zukunft und ihre Lebenssituation. Hier können wir Kunst als eine Form nutzen, mit der sich junge Menschen frei ausdrücken können. Indem wir ihnen zuhören und zu den Ursprüngen ihrer Probleme gehen, gelangen wir zu der Lösung. Denn die Lösung wird aus ihnen selbst kommen – ich glaube nicht, dass wir ihnen Lösungen vorschreiben können.

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Umfrage Tag 2: Möglichkeiten vs. Herausforderungen im deutsch-griechischen Jugendaustausch

Auch am zweiten Tag des Deutsch-Griechischen Jugendforums wird fleißig diskutiert und analysiert. Wo liegen die Herausforderungen im deutsch-griechischen Jugendaustausch, wo liegen Möglichkeiten? Wir haben drei der Teilnehmenden nach ihren Vorschläge gefragt.

DSC09248„Ich denke, dass die Herausforderungen gegenüber den Möglichkeiten überwiegen, weil wir alle so viele Stereotype in unseren Köpfen und Schwierigkeiten aufgrund unserer Geschichte haben. Aber ich bin froh zu sehen, dass junge Menschen diese Schwierigkeiten überwinden können, ihre eigene Realität bilden und erste Schritte machen können. Das haben wir auch in unserem letzten Projekt, einem Radioprojekt gesehen. Es war eine Kollaboration von deutschen und griechischen Jugendlichen und es hat wirklich gut funktioniert. Also denke ich, dass es trotz all der Herausforderungen möglich ist, eine eigene Realität zu schaffen – denn die Träume und Bedürfnisse der Menschen sind oft ähnlich. Für mich ist klar, dass es in Deutschland mehr Möglichkeiten gibt als in Griechenland, aufgrund der Krise, Arbeitslosigkeit und anderen Faktoren. Wenn wir junge Menschen ermutigen, zusammenzuarbeiten, dann wissen die zum Beispiel die griechischen Jugendlichen, wie sie die Hindernisse überwinden können und können auch die Informationen der Deutschen nutzen, um einen Job zu finden und sich eine neue Realität zu erschaffen. ich bin sehr motiviert in diesem Feld zu arbeiten, junge Leute zu ermutigen zusammenzuarbeiten und eigene neue Möglichkeiten zu schaffen.“
Hara Argyroudi, YMCA Thessaloniki

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How to become a youth friendly city?

Being a student of finance and co-founder of the Municipal Youth Council of Thessaloniki, Zafiris Sidiropoulos knows a lot about the challenges that young people in Greece are facing. The young youth worker shared his point of view during the Fishbowl discussion at the 3rdGerman-Greek Youthforum in Cologne an talked to Yasmin Janclaes about his vision.

Agorayouth: Which topics do you want to support by working for a youth organization?
Zafiris Sidiropoulos
: My topics are active citizenship education and participatory tools for youth friendly cities.

How does your organization, the Network of Youth Engagement of Katerini, support the participation of young people in local politics?
At the moment we are running two or three major projects. The project in my hometown, the Sinthese (ΣΥΝΘΕΣΗ) City Council Model of Katerini, is a simulation that gives 41 young people the chance to play the role oft the municipal chancellor and understand the importance of decision making in local process. At the same time – and this is the project that I’m  involved in – there is the City Youth Council of Thessaloniki, which is a form of political participation in local issues. The project gives 98 youngsters from Thessaloniki the opportunity to participate and co-decide on youth polls and local issues. I‘m also involved in the participatory budgeting for Youth in Thessaloniki. By this project young people can allocate public money of the municipality that is related to youth activities. They can vote for different projects for the local communities and the municipality will fund them. Weiterlesen

Survey Day 2: What is a youth worker?

The second day of the 3rd German Greek Youth Forum was full of open spaces in order to give the participants the opportunity to talk about their projects, organizations, vision and their plans for the future. Through all these conversations the question “How do you define „Youth Worker“ came up – and everybody has a different answer.

“A characteristic definition of a youth worker is: someone who wants to help young people. This is my professio. In Wiesbaden we run projects in order to help young people to find their own way, to define themselves and to choose their own path in life. If they make a choice and they have trouble, they can come back to us because our role is to support them” in their process.
Semir Gassaloglu- Stadtteilzentrum Gräselberg- Landeshauptstadt Wiesbaden-Amt fur Soziale Arbeit

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Umfrage: Was erwarten Sie vom Jugendforum?

Neugier und positive Erwartungen auf die kommenden Tage prägen das Stimmungsbild der Teilnehmenden zum Beginn des 3. Deutsch-Griechischen Jugendforums. Gleichzeitig bieten aktuelle Entscheidungen zum Aufbau des geplanten Jugendwerks Diskussionsstoff. Das Forum startet also vielversprechend. Hier ein paar Meinungen zum ersten Tag. 


dsc089821.jpg„Ich bin sehr gespannt auf die nächsten drei Tage hier in Köln. Ich denke, dass das Deutsch-Griechische Jugendforum einerseits eine wunderbare Gelegenheit bietet, neue Leute kennenzulernen und andererseits, alte Bekannte im deutsch-griechischen Jugendaustausch wiederzusehen und mit ihnen zusammen Projekte zu planen. Ich finde es sehr gut, wie das Jugendforum aufgebaut ist und dass wir durch die Methode des BarCamps die Möglichkeit haben, unsere eigenen Themen zu setzen und in Kleingruppen sehr flexibel Projektplanung und Themen, die uns auf der Seele brennen besprechen zu können. Dafür habe ich mir auf der Liste der Teilnehmer des Jugendforums verschiedene Leute markiert, die ich für Jugendbegegnungen und Jugendaustausche im Kopf habe und mit denen ich hoffe, in der Planung weiterzukommen.“
Gunnar Gruettner, Deutsches Jugendherbergswerk

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Eröffnung des Jugendforums im Kölner Rathaus: Einen weiteren Schritt gemeistert

Erst vor kurzem wurde bekannt, dass Köln nicht der deutsche Sitz des sich in der Gründung befindenden Deutsch-Griechischen Jugendwerks wird: Die Wahl fiel stattdessen auf die Stadt Leipzig, die –so wie Köln auch– eine Städtepartnerschaft mit dem nordgriechischen Thessaloniki unterhält. Dennoch unterzeichneten die Bürgermeister beider Städte im historischen Rathaus Kölns ein Abkommen zur Intensivierung des Jugendaustauschs zwischen beiden Städten.

Nur eineinhalb Jahre nach dem letzten Jugendforum in Thessaloniki war die Wahl für das 3. Deutsch-Griechische Jugendforum auf die Stadt Köln gefallen, die parallel zum Jugendforum vom 22. bis 25. Oktober etwas Besonderes zu feiern hatte: Oberbürgermeisterin Henriette Reker und Thessalonikis Bürgermeister Giannis Boutaris unterschrieben ein städtepartnerschaftliches Kooperationsabkommen im Bereich Jugend zum 30-jährigen Städtepartnerschaftsjubiläum der beiden Städte. In Köln, einem Zentrum der Interkulturalität, in dem sich viele griechische Spuren finden lassen, wolle man den Dialog zwischen den 120 Vertretern aus Organisationen aus beiden Ländern in der aktiven städtischen Szene des internationales Jugendaustauschs fördern, sagte Moderatorin Nadia Zaboura. Weiterlesen

Tag 1 des dritten Deutsch-Griechischen Jugendforums

Über 120 Teilnehmer von Organisationen aus der Zivilgesellschaft Deutschlands und Griechenlands sind beim 3. Deutsch-Griechischen Jugendforum in Köln präsent. Nach einem ersten Kennenlernen und einer Einführung in das Programm ging es ins Historische Rathaus der Stadt Köln, die als Partnerstadt Thessalonikis zum feierlichen Empfang anlässlich 30 Jahre Städtepartnerschaft geladen hatte – nicht ohne, dass der Abend mit reichlich Pizza im Bistro der Kölner Jugendherberge endete.

 

Fotos: Lisa Brüßler; Marlene Resch