Dionisis Zafiridis (Fix in Art Thessaloniki) spricht sich beim 3. Deutsch-Griechischen Forum dafür aus, dass Jugendliche und die Zivilgesellschaft nicht nur auf Ausbildung und Karriere schauen, sondern auch der Kunst einen Raum in der Jugendzusammenarbeit zu geben. Marlene Resch hat mit ihm darüber gesprochen was ihn bei seiner Arbeit mit Jugendlichen antreibt.

Agorayouth: Herr Zafiridis, wie sind Sie selbst in Jugendarbeit involviert?
Dionisis Zafiridis: Ich arbeite für Fix In Art, das ist ein Kulturverein in Thessaloniki. Wir sitzen in einer alten Fabrik, die wir als einen sozialen und kulturellen Ort gestalten wollen. Wir arbeiten mit jeglichen Formen der Kunst und nutzen Kunst als eine Methode für soziale Themen wie Integration, Erziehung und informelle Bildung.

Agorayouth: Für Sie persönlich, welche Rolle kann Kunst in der Jugendarbeit spielen?
Es ist essentiell, dass junge Leute sich selbst frei machen können: Frei von all den Informationen und von dem Druck über ihre Zukunft und ihre Lebenssituation. Hier können wir Kunst als eine Form nutzen, mit der sich junge Menschen frei ausdrücken können. Indem wir ihnen zuhören und zu den Ursprüngen ihrer Probleme gehen, gelangen wir zu der Lösung. Denn die Lösung wird aus ihnen selbst kommen – ich glaube nicht, dass wir ihnen Lösungen vorschreiben können.

Agorayouth: Was können denn spezielle Möglichkeiten sein, diese Lösungsvorschläge hervor zu kitzeln in der deutsch-griechischen Jugendzusammenarbeit ?
Ich denke, dass es immer hilft, wenn wir junge Leute zusammenzubringen. Es geht um Mobilität und darum, ihnen Methoden an die Hand zu geben, die die Ergebnisse in der Jugendarbeit besser werden lassen.

Agorayouth: Inwiefern hängt Jugendarbeit für Sie auch mit der europäischen Idee zusammen?
Ich glaube daran, eine neue Kultur zu errichten – für mich ist das nicht nur eine europäische Frage, sondern eine globale. Es muss eine neue Kultur geben, in der wir uns darauf berufen, dass wir Menschen sind und dass wir alle gleich sind. Das schließt auch Menschen mit Behinderung und Menschen aus diversen Kontexten mit ein. Lasst uns auf der Basis zusammenkommen, dass wir alle gleich sind. Um eine gute Gesellschaft zu formen, müssen wir zuerst uns selbst formen.

Agorayouth: Sind Sie selbst optimistisch, wenn Sie in die Zukunft schauen?
Die Gesellschaft ist krank, aber wir können sie heilen – da bin ich sehr optimistisch. Es geht darum, die Medizin zu ändern. Für mich steht fest, dass ich die Lösung nicht außen, sondern im Inneren suchen muss. Ich versuche eine bessere Person zu sein – dadurch, daran glaube ich fest, helfe ich der Gesellschaft.

Interview und Foto: Marlene Resch

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