Förderprogramme für internationalen Jugendaustausch gibt es viele. Welche davon sind am Besten geeignet, um Projekte zur deutsch-griechischen Zusammenarbeit zu finanzieren? Beim #GGYouthForum17 wurden einige Angebote vorgestellt.

Erasmus +
Der Obertitel von einer Palette an Förder-Instrumenten der Europäischen Union ist Erasmus+. Benannt ist das Programm nach Erasmus von Rotterdam, einem europäisch gebildeten Humanisten der Renaissance. Doch Erasmus+ geht noch einen Schritt weiter als nur Studierende quer durch Europa zu Auslandssemestern zu schicken. Sieben Unter-Programme bieten Finanzierung und Unterstützung bei europäischen Austauschprogrammen für die Bereiche Jugend, Schule, Hochschule, Berufliche Bildung, Erwachsenenbildung und Sport. Das Gesamtprogramm Erasmus+ ist Teil der politischen Strategie „Europa2020“, die einzelne europäische Länder und ihre Zivilgesellschaft näher zusammenbringen will. Erasmus+ verfügt über 14,7 Milliarden Euro Fördermittel. Da alle Organisationen das Programm kannten wurde auf die genauen Inhalte nicht weiter eingegangen.
https://ec.europa.eu/programmes/erasmus-plus/

Jugend in Aktion
Innerhalb von Erasmus+ ist Jugend in Aktion das Programm, was speziell auf junge Menschen im Bildungsbereich abzielt und damit für deutsch-griechischen Jugendaustausch am interessantesten. Wer einen Antrag stellen will, muss zunächst eine Organisation finden, die das Vorhaben unterstützt und sich auf jugend-in-aktion.de registriert. Dann gilt es, sich für einen oder mehrere Förderschwerpunkte zu entscheiden: Sollen sich junge Leute begegnen, oder eher die Fachkräfte der Jugendarbeit? Geht es um eine strategische, langfristige Partnerschaft und einen strukturierten Dialog, oder eher um einen kleines konkretes Projekt? Und sollen außer mindestens zwei beteiligten europäischen Ländern noch weitere Länder in einer transnationalen Zusammenarbeit mitmischen? In einer Datenbank auf der Homepage können europäische Partner-Initiativen vermittelt werden. Nationale Agenturen, die im Auftrag der EU das Programm umsetzen, bieten vor Ort Unterstützung beim Bearbeiten der doch sehr umfangreichen Antragsformulare.
https://www.jugend-in-aktion.de

Sonderprogramm BMFSFJ Deutschland
Seit 2016 stehen im Haushalt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eigene Mittel für deutsch-griechische Projekte zur Anbahnung von Kontakten und dem Aufbau eines gegenseitigen Jugendaustausches zur Verfügung. Bewerben können sich Vorhaben mit Fokus auf Kultur, Sport, Gewerkschaft, Jugendgemeinschaft und historische Erinnerungsarbeit. Wichtig dabei ist, dass innerhalb die Projektpartner aus Deutschland und Griechenland eine gleichberechtigte Partnerschaft eingehen und dass die Projekte die Partizipation der jugendlichen Teilnehmer forcieren. Die Förderhöhe ist streng nach Anzahl der Teilnehmer und Länge des Vorhabens strukturiert und eignet sich vor allem als Zuschuss für Projekte, die darüber hinaus noch über weitere Partner und Sponsoren verfügen. Alle Infos haben wir bereits im Dezember 2016 auf agorayouth zusammengefasst.
http://wp.me/p5haRi-k9

Die European Youth Foundation des Europarats
18 Workshopteilnehmende laufen mit jeweils einer Karte durch den Raum. Bei neun von ihnen steht eine Frage drauf, bei neun eine Antwort. Durch die Frage-Antwort-Paare lernt sich nicht nur die Gruppe untereinander kennen, sondern sie auch Fakten, Hintergründe und Grundsätzliches zum Europarat (Council of Europe) und dessen European Youth Foundation (EYF). Das auf dem zweiten deutsch-griechischem Jugendforum viel besprochenen „non-formale Lernen“ findet in dem Workshop „A Guide to the European Youth Foundation of the Council of Europe“ von Maria Roidi seine ganz praktische Anwendung.Durch einen vierstufigen Bewerbungsprozess (NGO-Registration, Grant Application, EYF Assessment, Decision) können sich Jugendorganisationen aus den 47 Mitgliedsstaaten um vier unterschiedliche Zuschüsse bemühen. Da die Unterstützung für „International Activity“ nur Projekte mit Teilnehmenden aus mindestens sieben Mitgliedsstaaten fördert, wurde im Workshopgespräch deutlich, dass die Bewerbung um den Zuschuss „Pilot Activity“ der European Youth Foundation im bilateralen deutsch-griechischen Jugendaustausch Sinn macht – und zwar für die griechischen Partner*innen, während sich die deutsche Seite auf eine Unterstützung im Sonderförderungsprogramm des BMFSFJ bewerben kann.

Wichtige Förderungsbedingungen der EYF sind der reale Einfluss der Projekte auf die lokale Wirklichkeit und das Einsetzen für die Ausbreitung der demokratischen Werte, der Menschenrechte und des Rechtsstaatsprinzips. 2017 liegt der Fokus zudem speziell auf Projekten, die Gender Equality in ihre Arbeit integrieren. Das Ziel der 1972 gegründeten European Youth Foundation verdeutlicht Maria Roidi mit dem Prinzip „working for and with young people.“
http://www.coe.int/en/web/european-youth-foundation/forms-guidelines

Text: Michael Metzger und Friedrich Kersting, Foto: Till Holland

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