Der Seismograph der Armut

Bei ihrer täglichen Arbeit merken sie, wie die Menschen in Griechenland leiden: Die Organisation „Ärzte der Welt“ kümmert sich um die Vergessenen – Arme, Obdachlose, Flüchtlinge – und versorgt sie medizinisch. In den Krankenstationen könnten in Zukunft auch deutsche Freiwillige arbeiten.

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Das passierte am vierten Tag der Delegation

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Zeichen der Versöhnung: Albert Klein-Reinhardt reicht einem Gemeinde-Vertreter die Hand.

Gedenken in Chortiatis:
Unvergessen

In Chortiatis, einem Dorf in der Nähe von Thessaloniki, gedachten die Teilnehmer der Delegation gemeinsam mit Menschen aus dem Ort den Opfern aus dem Zweiten Weltkrieg. Am 2. September 1944 hatten die deutschen Besatzer in dem Dorf Alte, Frauen und Kinder in eine Bäckerei getrieben und das Haus angezündet.  „Was kann ein zweijähriges Baby dem Dritten Reich getan haben“, fragte ein Dorfbewohner, dessen Verwandten damals umkamen, in einer bewegenden Rede.

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Rolf Stöckel (links) diskutiert mit den Gemeinde-Vertretern

Diskussion über gemeinsame Gedenkarbeit:
Wie kann eine Versöhnung funktionieren?
In einer teils kontroversen Diskussion tauschte sich die Delegation mit der Gemeinde aus. Die Vertreter aus Chortiatis forderten Entschädigungszahlungen von Deutschland – erst dann könnten sie mit einer gemeinsamen Gedenkarbeit beginnen. „Es wird immer eine kleine Bewölkung geben, wenn wir das Problem nicht lösen“, sagte M. Geranis von der Gemeinde. Ralf Stöckel, Beauftragter für das Jugendwerk, setzte der Argumentation entgegen, dass das Jugendwerk eine Idee von engagierten Deutschen in Griechenland und Deutsch-Griechen gewesen sei. Der Vorschlag habe deswegen nichts mit der EU-Krise oder Reparationszahlungen zu tun (Eine ausführliche Dokumentation der Diskussion folgt in diesem Blog).

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Gemeinsames Essen mit der Gemeinde

Nach der Diskussion ging es in eine Jagd-Taverne zum Essen. Die Teilnehmer setzten die konstruktive Diskussion fort. Das Thema „Gedenkarbeit“ soll einmal eine wichtige Rolle im Deutsch-Griechischen Jugendwerk spielen.

Mit dem Termin endete das Programm der Delegation. In den kommenden Wochen folgen weitere ausführliche Beiträge und Fotos von der Reise. Sollten Sie Fragen, Kritik oder Anregungen haben, schreiben Sie jederzeit. Hier erreichen Sie uns.

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Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. Foto: Caspar Tobias Schlenk

Wassertrupp einsatzbereit! Wasser marsch! Wasser halt !….

Das waren nur wenige der Befehle, die am 5. November über den Vorplatz der Jugendfeuerwehr Dellbrück klangen. Die Löschgruppe Dellbrück ist eine von 26 Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr Köln. Eine 14-köpfige Delegationsgruppe des Youth Forums Bad Honnef hatte die Möglichkeit, die Arbeit der Jugendlichen vor Ort während ihrer Gruppenstunde kennenzulernen.

Feuer und Flamme trotz Regens: Die Freiwillige Feuerwehr in Köln-Dellbrück begrüßte griechische und deutsche Teilnehmer des Forums, darunter auch die Regierungsvertreter.

Feuer und Flamme trotz Regens: Die Freiwillige Feuerwehr in Köln-Dellbrück begrüßte griechische und deutsche Teilnehmer des Forums, darunter auch die Regierungsvertreter.

Bereitwillig beantworteten die Jugendlichen nahezu alle Fragen der deutsch-griechischen Delegation und begeisterten die Teilnehmer durch ihre selbstbewusste, gastfreundliche und offene Art: Von welchem Alter an können Jugendliche bei der Jugendfeuerwehr mitmachen? Darf man ab diesem Alter auch schon bei richtigen Notfalleinsätzen mitfahren? Können auch Mädchen bei der Jugendfeuerwehr mitmachen? Habt ihr besondere Events oder Feste? Aber auch komplexere Fragen wie Ausbildung, Unterschiede Freiwillige und Berufsfeuerwehr, persönliche Motive zum Eintritt in die Feuerwehr, Einsatzgebiete wie Brandbekämpfung und Schadwasserrückhaltung, Ruhezeiten oder Versicherungssystem wurden ausführlich erläutert. Anschließend führten die Jugendlichen auf dem Außengelände ein komplettes Manöver durch und erklärten den Teilnehmern die Gerätschaften.
In der Arbeitsgruppe des folgenden Tages wurden die gesammelten Eindrücke besprochen, die Unterschiede des deutschen und griechischen Rettungsdienstes verdeutlicht sowie Ansätze für einen Jugendaustausch skizziert.
Viele träumen davon, Feuerwehrmann zu werden. Dieser Wunsch ist gar nicht so fernliegend. Denn schon als Jugendlicher hat man die Möglichkeit bei der Jugendfeuerwehr mitzumachen oder den Ernstfall zu proben. Für den einen oder anderen Teilnehmer der Delegation ging hier sicherlich auch noch ein anderer Wunsch in Erfüllung: einen Feuerwehrwagen einmal ganz aus der Nähe zu erforschen. Wir sagen: Vielen Dank!

von Anja Hack,
Teilnehmerin beim Deutsch-Griechischen Jugendforum, Wirtschaftsjuristin bei „Lichtfänger“, Ansprechpartnerin für Inklusion, Kinder- und Jugendarbeit, Erneuerbare Energien, Umwelt, Erlebnispädagogik, eLearning, Internettechnologien, Outdoor, Ökologie, Alternativer Tourismus, Marketing

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