Mit den Gemeindemitgliedern diskutierten die Teilnehmer der deutschen Delegation Anfang Juni über gemeinsame Gedenkarbeit und historische Verantwortung.
Gedenken
Gedenken in Chortiatis
In der Opfergemeinde Chortiatis gedachten die Teilnehmer der deutschen Delegation Anfang Juni den getöteten Dorfbewohnern aus dem Zweiten Weltkrieg. Ein bewegender Moment.
Das passierte am vierten Tag der Delegation
Gedenken in Chortiatis:
Unvergessen
In Chortiatis, einem Dorf in der Nähe von Thessaloniki, gedachten die Teilnehmer der Delegation gemeinsam mit Menschen aus dem Ort den Opfern aus dem Zweiten Weltkrieg. Am 2. September 1944 hatten die deutschen Besatzer in dem Dorf Alte, Frauen und Kinder in eine Bäckerei getrieben und das Haus angezündet. „Was kann ein zweijähriges Baby dem Dritten Reich getan haben“, fragte ein Dorfbewohner, dessen Verwandten damals umkamen, in einer bewegenden Rede.
Diskussion über gemeinsame Gedenkarbeit:
Wie kann eine Versöhnung funktionieren?
In einer teils kontroversen Diskussion tauschte sich die Delegation mit der Gemeinde aus. Die Vertreter aus Chortiatis forderten Entschädigungszahlungen von Deutschland – erst dann könnten sie mit einer gemeinsamen Gedenkarbeit beginnen. „Es wird immer eine kleine Bewölkung geben, wenn wir das Problem nicht lösen“, sagte M. Geranis von der Gemeinde. Ralf Stöckel, Beauftragter für das Jugendwerk, setzte der Argumentation entgegen, dass das Jugendwerk eine Idee von engagierten Deutschen in Griechenland und Deutsch-Griechen gewesen sei. Der Vorschlag habe deswegen nichts mit der EU-Krise oder Reparationszahlungen zu tun (Eine ausführliche Dokumentation der Diskussion folgt in diesem Blog).
Nach der Diskussion ging es in eine Jagd-Taverne zum Essen. Die Teilnehmer setzten die konstruktive Diskussion fort. Das Thema „Gedenkarbeit“ soll einmal eine wichtige Rolle im Deutsch-Griechischen Jugendwerk spielen.
Mit dem Termin endete das Programm der Delegation. In den kommenden Wochen folgen weitere ausführliche Beiträge und Fotos von der Reise. Sollten Sie Fragen, Kritik oder Anregungen haben, schreiben Sie jederzeit. Hier erreichen Sie uns.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. Foto: Caspar Tobias Schlenk
„Jugendliche aus der Gemeinde Kaissariani sollen dabei sein“

Kaissariani ist einer der Stadtteile Athens mit einer schlimmen Vergangenheit. Der Schießstand (Griechisch: Skopeftirio) von Kaissariani war ein Exekutionsort, wo vor 70 Jahren die deutschen Besatzer Hunderte Widerstandskämpfer töteten. 200 wurden dort am 1. Mai 1944 erschossen. „Die Zeitzeugen erzählen, dass das Blut in einem Rinnsal auf die Straße lief“, erzählt Natalia Sakkatou, eine deutsch-griechische Journalistin.
Über Jahre hinweg konnte die Menschen dort der Gräueltaten nicht gedenken. „Es gab einen Rechtsstreit, weil das Gelände dem Schießverein gehörte“, erzählt die Journalistin. Mittlerweile wurde im Skopeftirio eine Gedenkstätte errichtet.
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