Schülergruppen aus vier Bundesländern in Berlin ausgezeichnet

Gleich vier Schulen aus den Bundesländern Hamburg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg überzeugten mit ihren Projekten beim Schülerwettbewerb „Challenge History – Remember Hellas“. Ende November wurden sie in Berlin vom deutsch-griechischen Geschichts- und Bildungsprojekt „Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland“ der Freien Universität Berlin für ihre Projektideen ausgezeichnet. Bettina Münch-Rosenthal von der Schulbehörde Rheinland-Pfalz war Teil der Jury und stellt die Projekte auf agorayouth vor.

„Heute ist das Thema Krieg in Europa leider wieder näher als gehofft. Umso wichtiger ist es, sich intensiv auch mit den historischen Wurzeln der europäischen Situation im Zweiten Weltkrieg zu beschäftigen“, sagte die Schülerin Lydia R. des prämierten Gymnasiums Traben-Trarbach in Rheinland-Pfalz bei der Preisverleihung im Dokumentationszentrum Topografie des Terrors in Berlin. „In den Geschichtsbüchern sind, wie wir feststellen konnten, häufig nur Fakten über die Situation in Deutschland und der Eingriff der Alliierten präsent. Fundiertes Wissen über andere europäische Länder in dieser Zeit lässt sich kaum auffinden, ist aber ebenso wichtig, um das große Ganze zu verstehen“, betont sie. Deshalb habe ihre Klasse, die 9b des Gymnasiums Traben-Trarbach, beschlossen, sich mit einem Land zu beschäftigen, über das man in den Schulbüchern nicht sehr viel erfährt.

Unter dem Titel „Challenge History – Remember Hellas“ waren im Schuljahr 2021/2022 beim ersten Schülerwettbewerb zur deutschen NS-Okkupation bundesweit Schulen aufgerufen, sich mit diesem Kapitel deutscher und griechischer Geschichte auseinanderzusetzen. Eingereicht wurden unter anderem Kurzfilme, Erklärvideos oder Podcasts. 

Schülergruppen teilen sich 10.000 Euro Preisgeld
Vier Schulen aus den Bundesländern Hamburg, Bayern, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zählen zu den Preisträgern des bundesweiten Wettbewerbes des deutsch-griechischen Geschichts- und Bildungsprojektes „Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland“ / „Memories of the Occupation in Greece“ (MOG), der Freien Universität Berlin. An der feierlichen Preisverleihung nahmen neben den prämierten Schülerinnen und Schülern auch die Schirmherrin des Wettbewerbs und Botschafterin Griechenlands in Deutschland, I. E. Mara Marinaki, sowie Sylvia Groneick vom Kulturreferat des Auswärtigen Amtes teil. Die prämierten Projektgruppen erhielten ein Preisgeld von jeweils 2.500 Euro.

Laudator Michele Barricelli, Professor für Didaktik der Geschichte und Public History an der LMU München, sagte, es sei erfreulich, dass Schülerinnen und Schüler ein „bisher in den Schulen und mithin auch in der Zivilgesellschaft weitgehend unbekanntes historisches Thema, das doch alle Aufmerksamkeit verdient, mit großer Offenheit, Engagement und Kreativität“ aufgegriffen haben. Die Gruppen hätten mit ihren qualitativ hochwertigen Beiträgen „ihr Verantwortungsbewusstsein bei der Aufarbeitung der deutsch-griechischen Vergangenheit, ihre Empathie für die Opfer sowie ihr Bedürfnis nach einer gemeinsamen Erinnerungskultur in beeindruckender Form unter Beweis gestellt“, so Barricelli.

Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und der Gegenwart
Zu den Gewinnerprojekten zählt ein Erklärvideo des Campus Marienthal Hamburg über die Hintergründe des brutalen Angriffskrieges auf Griechenland. Die Gruppe des Franz-Marc-Gymnasiums Markt Schwaben aus Bayern erstellte einen Podcast über das „Massaker von Mouzakata“ auf der Insel Kefalonia im Frühjahr 1944.

Unter dem Motto „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß?“ wollte die Projektgruppe vom Gymnasium Traben-Trarbach (Rheinland-Pfalz) zeigen, dass Unwissenheit nicht dazu führen dürfe, sich mit der Vergangenheit nicht verantwortlich auseinanderzusetzen. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten dazu auch den Europatag am 9. Mai an ihrer Schule: Sie bereiteten eine Ausstellung, Plakate, Quiz- und Hintergrundmaterialien zur NS-Okkupation Griechenlands vor. Die Waldorfschule Konstanz erstellte eine filmische Erzählung über das Leben, den Hunger und Widerstand Jugendlicher im okkupierten Griechenland.

Im kommenden Jahr soll der Schülerwettbewerb erstmals in Griechenland stattfinden.

Text und Fotos: Bettina Münch-Rosenthal

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