In der griechischen Opfergemeinde sprach Rolf Stöckel, der politische Beauftragte zur Anbahnung des Jugendwerkes, Anfang Juni vor den Gemeindemitgliedern darüber, wie ein Dialog auf Augenhöhe funktionieren kann. Die Rede im Wortlaut:

„Es ist nicht das Ziel, dass wir hier und heute zur Lösung dieser Probleme [Forderung nach Reparationszahlungen Anm. d. Red.] kommen. Sondern, dass wir erfahren, wie die Sicht der anderen auf die Dinge ist, damit wir den Dialog auf einer realistischen Ebene weiterführen können. Und deswegen war es auch so wichtig, dass alle kritischen Punkte angesprochen wurden. Das ist meine persönliche Meinung.

Das Deutsch-Griechische Jugendwerk wird von Anfang an zwischen Deutschland und Griechenland ausgehandelt. Es wird nicht mit deutsch-deutsch-griechischen Teams, sondern mit deutsch-griechischen Teams aufgebaut. Das ist wichtig, da es ja sehr viele Griechen gibt, die in Deutschland leben oder aus Deutschland zurückgekehrt sind. Wir wollen das Jugendwerk nicht nur mit ihnen machen. Sie sollen dabei sein – nicht, dass Sie mich falsch verstehen. Die griechischen Jugendlichen und natürlich auch die Aktiven, Freiwilligen, Ehrenamtlichen – denen es gerade an Unterstützung fehlt – sollen ihre Vorstellungen einbringen können. Und dann werden wir verhandeln. […]

Deutsche und Griechen werden in der gleichen Anzahl vertreten sein – mit den gleichen Rechten. Formal ist der Ansprechpartner der Generalsekretär der Jugend im Ministerium für Kultur, Bildung und religiöse Angelegenheiten. Wir hätten gerne auch schon die Verhandlungen fortgeführt, gäbe es nicht den Umstand – den man akzeptieren muss, weil man die Realität akzeptieren muss – dass seit vier Monaten dieser Ansprechpartner praktisch noch benannt werden und sich die neue Regierung in Griechenland aufstellen musste.

„Wir brauchen den Kontakt zu den Jugendlichen“

Uns ist wichtig, das wir auf Augenhöhe gemeinsam ein Jugendwerk aufbauen wollen. Deswegen knüpfen wir möglichst viele Kontakte und führen Gespräche mit den unterschiedlichsten Menschen in Griechenland, die im Jugendbereich arbeiten. Wir haben bereits ein erstes Treffen mit deutschen und griechischen Ehrenamtlichen und Aktiven aus der Jugendarbeit in Bad Honnef veranstaltet. Wir würden diesen Dialog gerne fortführen, nicht nur auf Regierungsebene. Das ist auch notwendig, um Verträge auszuhandeln und Regeln aufzustellen. Doch, wenn wir das Jugendwerk mit Leben füllen wollen, brauchen wir den Kontakt zu den Jugendorganisationen und den Jugendlichen selbst. […]

Wir sind lernfähig auf beiden Seiten, deswegen ist es so wichtig, dass wir uns die Wahrheit sagen. Wir wissen dann, so denkt der andere. So kann man an der ein oder anderen Stelle Urteile oder Vorteile diskutieren und ändern, denn das doch ist der Sinn von menschlicher Kommunikation, dass wir voneinander lernen. Diese Möglichkeit des Dialoges muss da sein, unabhängig von politischen Konfrontationen, die wir als hier anwesende Personen nicht beeinflussen können.“

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland Lizenz. Foto: Caspar Tobias Schlenk

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