Mitte Januar unterzeichneten George Alikakos, Präsident der Griechischen Olympischen Akademie und Benny Folkmann, stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Sportjugend im Deutschen Olympischen Sportbund e.V. eine Kooperationsvereinbarung in Athen. Grund genug für agorayouth mal nachzufragen, wie es um die deutsch-griechischen Beziehungen im Sport steht und was 2019 noch möglich ist. 

Agorayouth: Ende letzten Jahres hat die Deutsche Sportjugend einen Aufruf veröffentlicht, in dem sie Sportvereine suchte, die an der Durchführung einer deutsch-griechischen Jugendbegegnung interessiert sind. War das erfolgreich?
Deutschen Sportjugend: Die Rückmeldung der deutschen Vereine war sehr erfreulich. Es besteht großes Interesse am deutsch-griechischen Jugendaustausch im Sport. Zu fast allen genannten Sportarten haben sich interessierte Sportvereine aus ganz Deutschland gemeldet. Die Spanne reicht von kleinen Einspartenvereinen bis hin zu großen Mehrspartenvereinen. Derzeit befinden wir uns in der Abstimmung mit unserer griechischen Partnerorganisation, um den Vereinen passende Partnervereine in Griechenland zuzuordnen.

Agorayouth: Warum Griechenland?
Internationale Jugendbegegnungen eignen sich in besonderer Art und Weise junge Menschen aus verschiedenen Ländern in Kontakt zu bringen, um Weltoffenheit und ein europäisches Bewusstsein zu fördern. Die deutsch-griechischen Beziehungen haben in den vergangenen Jahren unter Herausforderungen wie der Finanzkrise oder der Frage nach der Verteilung von Flüchtlingen stark gelitten, was auch dazu führte, dass das Bild des jeweiligen anderen Landes maßgeblich von der Berichterstattung in den Medien geprägt wurde. Umso wichtiger ist es daher, junge Menschen aus beiden Ländern in den Dialog zu bringen. Damit haben sie die Möglichkeit sich ein eigenes Bild über Leben, Kultur und Jugendsport zu verschaffen. Der Sport stellt ein besonders gutes Medium dar, um Verbindungen zwischen den Menschen aufzubauen und den Kontakt zu unterstützen. Trotz Krisen, Problemen und anderen Umständen wird das Bedürfnis nach Bewegung und gemeinsamen Aktivitäten immer bestehen bleiben.

Agorayouth: Was sind Herausforderungen und Chancen im deutsch-griechischen Jugendaustausch was das Thema Sport angeht?
Sport ermöglicht nicht nur das gemeinsame Sporttreiben, sondern durch die gemeinsame Begeisterung am Sport, können Kontakthemmungen abgebaut werden und schnell Freundschaften entstehen. Das ist eine große Chance. Durch das Sonderprogramm bestehen besondere Fördermöglichkeiten für den Jugendaustausch, die jedoch nicht im gleichen Maße für deutsche und griechische Vereine zur Verfügung stehen. Diese Chance stellt für die griechischen Vereine also zugleich auch eine finanzielle Herausforderung dar.

Agorayouth: Im März ist eine deutsch-griechische Partnertagung angedacht. Was wollen Sie damit erreichen?
Als Dachverband des deutschen Jugendsports ist es der Deutschen Sportjugend wichtig den Vereinen einen Zugang zum (internationalen) Jugendaustausch zu ermöglichen. Voraussetzungen, um einen Jugendaustausch erfolgreich durchzuführen, sind zunächst einen passenden Partnerverein zu finden und sich gleichzeitig mit allgemeinen Informationen über die Finanzierung oder auch die inhaltliche Gestaltung auseinanderzusetzen. Die Partnertagung dient also dazu, interessierte Vereine aus beiden Ländern erstmals zusammenzubringen und sie bei der Planung eigener Jugendbegegnungen zu unterstützen. Dort können also erste Entwürfe für ein zukünftiges Austauschprojekt gestaltet werden.

Agorayouth: Auf welche Erfahrungen aus der Vergangenheit in der Zusammenarbeit mit Griechenland können sie nun zurückgreifen?
In der Vergangenheit gab es bereits deutsch-griechische Jugendbegegnungen im Sport, die über die Deutsche Sportjugend aus Mitteln des BMFSFJ gefördert wurden. Seit dem vergangenen Jahr hat die Deutsche Sportjugend mit der Griechischen Olympischen Akademie eine Partnerorganisation, mit der ja vor kurzem auch eine offizielle Kooperationsvereinbarung unterzeichnet wurde. Das gemeinsame Ziel ist der Ausbau der deutsch-griechischen Jugendbegegnung im Sport im Zuge der Gründungsphase des Deutsch-Griechischen Jugendwerks, in deren Delegation die dsj Mitglied ist.

Agorayouth: Kann man sich denn auch jetzt noch als Sportverein bei Ihnen melden, wenn man im internationalen Jugendaustausch aktiv werden möchte?
Ja! Die Deutsche Sportjugend berät Sportvereine aller Sportarten zum internationalen Jugendaustausch mit allen Ländern. Insofern können sich interessierte Vereine immer gern an uns wenden.

Interview: Lisa Brüßler
Foto: dsj

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