Die Deutsch-Griechische Gesellschaft (DGG) Mittelfranken e.V. und der Kreisjugendring Nürnberg-Stadt im Bayerischen Jugendring luden Anfang Juni interessierte Träger aus der Region zu einem Infotag zur Praxis des Deutsch-Griechischen Jugendaustauschs ein. Gekommen sind auch solche, die den Dialog zwischen den beiden Ländern unterstützen wollen und das mit einigen Ideen im Gepäck.

Viel Interesse und offene Fragen führten die rund 25 Teilnehmer aus der Kinder- und Jugendhilfe, aus Schulen, der Deutsch-Griechischen Gesellschaft Mittelfranken e.V., aus Politik, Verwaltung und unterschiedlichen Städtepartnerschaftsvereinen wie etwa Fürth-Xylokastro, Lauf-Drama, Nürnberg-Kavala und Schwabach-Kalambaka zum Nürnberger Infotag Anfang Juni. Ein lebhafter und produktiver Austausch unter den Teilnehmenden führte zu ersten Kooperationsideen aus den Bereichen Sport (Deutsche Sporttauchjugend) und Kooperationen unter Schulen. Nicht nur aus Nürnberg und Mittelfranken waren die Teilnehmer angereist, auch aus Dachau, der Pfalz und Hessen kamen Teilnehmer mit vielen neuen Impulsen, Projektideen und Kooperationsangeboten.

IMG_1679Referentinnen für den Infotag waren Dorothee Jäckering (BMFSFJ) und Natali Petala-Weber (IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V.). Sie sind zuständig für die Zusammenarbeit mit Griechenland und informierten die Teilnehmenden über Ziele, Möglichkeiten und Herausforderungen des Deutsch-Griechischen Jugendaustausches. Koordiniert wurde der Infotag von Brigitte Spuller, Beauftragte der DGG Mittelfranken für den Deutsch-Griechischen Jugendaustausch. Nach einer Begrüßung und Einführung durch Brigitte Spuller richteten Jessica Marcus, Vorsitzende des KJR Nürnberg-Stadt und Dr. Herbert Meyerhöfer, stellvertretender Vorsitzender der DGG Mittelfranken Grußworte an die Teilnehmenden, die den Jugendaustausch als Instrument zur Stärkung eines solidarischen Europas betonten.

Rückblende: Was bisher geschah
Dorothee Jäckering stellte die Meilensteine sowie die aktuellen Entwicklungen der jugendpolitischen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Griechenland vor und präsentierte den Fahrplan: Die Weiterentwicklung des Deutsch-Griechischen Jugend- und Fachkräfteaustauschs ist ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung. Auf der Grundlage der im Koalitionsvertrag von 2013 angekündigten Gründung eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks arbeitet das BMFSFJ gemeinsam mit dem Generalsekretariat für lebenslanges Lernen und Jugend im Ministerium für Bildung, Forschung und religiöse Angelegenheiten der Hellenischen Republik an einem gemeinsamen Konzept für die Intensivierung der Zusammenarbeit im Bereich Jugend, welches auch die Errichtung eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks 2019 einschließt. IJAB wurde dabei bereits 2014 durch das BMFSFJ mit dem Ausbau und der Weiterentwicklung des Deutsch-Griechischen Jugend- und Fachkräfteaustauschs beauftragt und ist seitdem zuständig für die Konzeption und Entwicklung von Aktivitäten und Instrumenten, die der Information, Beratung, Qualifizierung, Vernetzung und Mobilisierung von Trägern in Deutschland und in Griechenland zur Umsetzung gemeinsamer Projekte dienen.

Unterstützung durch IJAB
IMG_1640Natali Petala-Weber beschrieb die Rolle und die Zuständigkeiten von IJAB in der Zusammenarbeit mit Griechenland und stellte die Aktivitäten vor, die IJAB anbietet, um Organisationen in beiden Ländern bei der Umsetzung gemeinsamer Projekte zu unterstützen. IJAB ist zuständig für den Ausbau des Netzwerks im Deutsch-Griechischen Jugendaustausch und berät Träger aktiv bei der Partnerfindung in Griechenland und in Deutschland, bei der Gestaltung von Projektkonzepten und bei der Förderung. Dazu gehört auch die Information über aktuelle Entwicklungen und jugendpolitische Themen im deutsch-griechischen Kontext und Öffentlichkeitsarbeit. Seit 2015 veröffentlicht IJAB in den Sommermonaten das  Griechenland-Special, eine zweisprachige Publikation mit Informationen, Fachbeiträgen und Projektpräsentationen im Deutsch-Griechischen Jugendaustausch. Interessierte Personen haben zudem die Möglichkeit, sich in der Facebook-Gruppe Greek-German Youth Exchange mit anderen Trägern und Akteuren zu vernetzen und so aktuelle Entwicklungen zu verfolgen.

Das Sonderprogramm
Nach einer kommunikativen Pause präsentierte Dorothee Jäckering das Sonderprogramm zur Förderung des deutsch-griechischen Jugend- und Fachkräfteaustauschs, das das BMFSFJ bereits 2015 einführte. Frau Jäckering beschrieb die Förderrichtlinien des Programms, eines Elements des Kinder- und Jugendplans des Bundes (KJP), und stellte das Antragsprozedere vor. Anschließend hatten die Teilnehmer/-innen die Möglichkeit, individuelle Fragen zu stellen. Dabei wurden die Höhe der Bezuschussung und die Kombination mit anderen Fördermitteln wie z.B. mit Mitteln des Bayerischen Jugendrings für Schulaustausche besprochen. Festgehalten wurde, dass der Kreisjugendring gemeinsam mit dem Jugendamt Nürnberg Fördermittel verwaltet, die für eine gemischte Finanzierung von Jugendaustauschen theoretisch in Frage kommen. Dies werde zeitnah geprüft. Da das Sonderprogramm einen Zuschuss darstellt und nicht die gesamten Kosten deckt, wurde noch auf andere Förderprogramme wie Erasmus+ JUGEND in Aktion, den Deutsch-Griechischen Zukunftsfonds und die Programme der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) hingewiesen. Außerdem wurden Tipps für kostensparende Maßnahmen ausgetauscht, darunter auch zur Unterbringung der Jugendlichen in Gastfamilien, was in Griechenland noch nicht sehr bekannt ist.

Zum Ende der Veranstaltung wurden praktische Beispiele von deutsch-griechischen Jugendaustauschen präsentiert, darunter Filme von inklusiven Projekten und Projekten der Erinnerungsarbeit. Brigitte Spuller stellte die Jugendbegegnungsarbeit zwischen dem mittelgriechischen Opferort Distomo und der Evangelischen Jugend Nürnberg vor, die sie selbst bereits 1989 initiierte und bis 2005 gemeinsam mit Kolleginnen durchführte. Herbert Swoboda (Wilde Rose e.V. im Bund deutscher PfadfinderInnen) präsentierte die Austausch-Projekte seiner Organisation.

Quelle: DGG Mittelfranken
Fotos: Brigitte Spuller

 

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