Einer Sprache näher kommen und einen Pool von Sprachanimateuren bilden – darum ging es bei einem Treffen der deutsch-griechischen Arbeitsgruppe „Sprachanimation“ Anfang April in Köln. Anastasia Protopsalti berichtet von den Ergebnissen der Fortbildung.

Jugendbegegnungen zwischen deutschen und griechischen jungen Menschen haben zum Ziel, Klischees und Vorurteile abzubauen, so dass sich die jungen Leute besser kennen lernen, dass sie die Geschichte und Kultur des anderen Landes kennen lernen, aber auch sie sich ihrer eigenen Geschichte und Kultur bewusster werden. Um das zu erzielen, ist die Sprache das Mittel dazu. Wenn aber nun einige der Teilnehmer die Sprache der jungen Menschen aus dem anderen Land nicht kennen, wie soll dann ein Kontakt hergestellt werden? Englisch können natürlich die meisten, aber eben nur die meisten, nicht alle. Und hier kommt die deutsch-griechische Sprachanimation ins Spiel…

Berührungsängste adé
Bei der Sprachanimation handelt es sich um eine Methode, die mittels informellem Lernen dabei hilft, die Sprache des anderen in kürzester Zeit näher zu bringen – nicht zu lernen – das ist der Unterschied.

Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW), das Deutsch-Polnische Jugendwerk (DPJW) und das Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch –Tandem haben nicht nur vor vielen Jahren eine Methode dafür entwickelt, sondern es wurde auch ein Zertifizierungsverfahren eingeführt und ein Pool von Sprachanimateuren aufgebaut. Diese „Werkzeuge“ helfen bei Jugendbegegnungen, die Methode richtig anzuwenden und junge Menschen dadurch näher zu bringen. Für das Deutsch-Griechische Jugendwerk ist eine Methode bisher noch nicht systematisch aufgebaut worden.

Sprachanimation im Deutsch-Griechischen Jugendaustausch
Aus diesem Grund haben sich 16 Interessenten aus der deutschen und griechischen Zivilgesellschaft, unter Leitung der von Bettina Wissing und Natali Petala-Weber (beide IJAB) und Anastasia Protopsalti (griechisches Generalsekretariat für Jugend und LLL), vom 4. bis 7. April 2018 in Köln eingefunden und sich von Seba Maas (Interkulturelles Netzwerk e.V.) und Elżbieta Kosek (Kreisau-Initiative e.V.) in dieses Konzept einführen lassen. Es wurden diverse „Spiele“ für alle drei Phasen einer Jugendbegegnung (Abbau von Hemmungen, Spracherwerb, Systematisierung) in diesen drei Tagen entwickelt. Sogar eine App wurde von einem Teilnehmer, Friedrich Kersting (ehem. Praktikant bei IJAB), entwickelt. Diese soll nicht nur für die zukünftigen Jugendbegegnungen, die als Probephase für dieses Konzept dienen sollen, nützlich sein. Hier wird jegliches Material hochgeladen, das den TeamerInnen online zur Verfügung stehen soll.

Nach der Probephase hoffen wir auf ein Treffen in Athen, bei dem die Ergebnisse, die sich aus den Jugendbegegnungen der kommenden Monate herausfiltern werden, evaluiert werden. Das Konzept sollte dann einen endgültigen Charakter aufweisen, eventuell sogar ein Nachschlagewerk entstehen lassen und Gedanken entwickeln, wie eine Ausbildung und Zertifizierung organisiert werden könnte.

Das Ziel: Wenn das Gründungsabkommen des DGJW dann unterschrieben wird, vorbereitet zu sein…

Text: Anastasia Protopsalti, Verantwortliche für die Deutsch-Griechische Zusammenarbeit, Abteilung für Internationale Zusammenarbeit und Repräsentation für Jugendthemen, Generalsekretariat für Jugend und LLL, Griechisches Ministerium für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten
Fotos: Maria Melina Laina, Vorstandsvorsitzende Vision Network Athens

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