Beim Radioprojekt „Krise? Chance! Radio“ zwischen Thessaloniki und Köln trafen sich griechische und deutsche Jugendliche in Köln, um ihre Lebens- und Arbeitsperspektiven miteinander zu teilen. Ihre Erfahrungen bildeten die Basis für das daraus entstehende Radioprojekt. Teilnehmer Thanasis Gkatzolis, der sich bei YMCA Thessaloniki engagiert lässt uns teil haben an seinen Gedanken.

Was denkt ein junger Mensch, der um 7:30 Uhr morgens an einem fremden Flughafen wartet, nur zwei Stunden geschlafen hat und dem ein langer Flug bevorsteht? Meine Gedanken waren dominiert von einem warmen Bad und einem bequemen Bett, haben  die letzten sieben Tage mein Leben auf verschiedene Art und Weise geändert.

_MG_0305 (?? τιγραφή)Alles begann mit einem Anruf von meiner guten Freundin Emma. Sie schlug vor, dass ich an einem Jugendaustauschprogramm zwischen YMCA Thessaloniki, Arbeit und Leben NRW sowie Business Mentality und FILIA teilnehme. Zusammen mit einer Gruppe von deutschen Schülern sollte eine Radiosendung entstehen, während wir uns kennenlernen, über Perspektiven und Kultur austauschen und natürlich auch von einem professionellen Radiocoach lernen, das Equipment einzusetzen. Natürlich dauerte es nur wenige Minuten bis ich „Ich bin dabei!“ sagte. Und d, in genau diesem Augenblick, hat eine ganz neue Reise begonnen.

Die nächsten Tage gingen schnell vorbei: Ausweis und Pass erneuern, alle erforderlichen Unterlagen zu Emma schicken, warme Kleider kaufen, den Koffer checken, zum Flughafen fahren, ins Flugzeug einsteigen… und da waren wir schon, im Herzen von Köln. Nach dem Kennenlernen des Gruppenleiters lernten wir noch die Schüler, ihre Lehrer und unseren Radiocoach, Babette Brown, kennen. Wir lernten zuerst Radioproduktion und ehe wir uns versahen, fingen wir schon an voller Begeisterung und Kreativität zu arbeiten.

Dadurch konnten wir über die deutsche Gruppe viel erfahren und sie besser und tiefer verstehen. Typische Stereotypen zwischen Deutschen und Griechen hatten sich schnell erledigt. Und natürlich haben wir auch die faszinierende und wunderschöne Stadt Köln voller Vergnügen erkundet. Allerdings, wie alles im Leben, musste unsere Reise zum Ende kommen. Und als ich im Flugzeug nach hause sitze – und obwohl wir alle unsere Ziele erreicht haben – fühle ich mich, als ob mein Herz versucht, mich zurück zum Düsseldorfer Flughafen zu ziehen, damit die Reise noch ein bisschen länger geht._IMG4827-min

Wo kommen all diese Gefühle her? Warum fühle ich mich so froh, zufrieden und stolz? Vielleicht weil ich eine der interessantesten Städte kennengelernt habe, die ich je gesehen habe? Oder weil wir gut zusammen mit einer Gruppe von Fremden gearbeitet haben und gelernt haben wie man eine Radiosendung plant und entstehen lässt? Oder vielleicht weil ich endlich das Wort „Frühstück“ richtig aussprechen kann?

Alles hat seine Rolle gespielt, aber das Wichtigste für mich ist: Ich habe mich geändert. Neben den gerade erworbenen technischen Kenntnissen wie Studio- und Audiobearbeitung habe ich meine Haltung über deutsche Jugendliche und ihre Lebensweise revidiert und die Welt durch ihre Augen gesehen. Alles in allem, wie wir im Anfang unserer Sendung gesagt haben, habe ich gemerkt, dass es neben den Ähnlichkeiten nur wenige Unterschiede zwischen den beiden Gruppen gibt. Wir alle können Mitglieder derselben Mannschaft sein und können Freunde werden.

Also, bevor ich jetzt meinen Computer ausschalte, um endlich richtig zu schlafen, möchte ich mich bei jeder einzelnen Person bedanken, die dieses Austauschprogramm möglich gemacht hat. Und jedem, der erwägt, an einem ähnlichen Austausch teilzunehmen, möchte ich Folgendes sagen: Wenn du eine solche lebensverändernde und unvergessliche Erfahrung missen willst, dann bitte lehne dieses Angebot ab – ansonsten: Bewerben!

In Kürze erscheint der Artikel auch auf Griechisch.
Mehr auf agorayouth zur Enstehung des Projekts hier.

Text: Thanasis Gkatzolis, Übersetzung: Angeliki Lumnidou
Fotos: YMCA Thessaloniki

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