Auf dem Forum Erinnerung & Bildung im Märtyrerdorf Lechovo hat ein vielseitiger und konstruktiver Dialog stattgefunden. Das ist vor allem den exzellenten Rednerinnen und Redner und gehaltvollen Beiträge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu verdanken. Während der vier Tage sind die folgenden Vorschläge entstanden, die die Erhaltung der Erinnerung, das Aufzeigen der Kriegsverbrechen sowie der Gräueltaten der deutschen Nazis in den Opferorten Griechenlands bekannter machen könnten und um diese Geschehnisse der Jugend von heute sowie den Bürgern von Griechenland, Deutschland und Europa näher zu bringen.

Der Kulturverein der Lechoviten „Profitis Ilias“ hat das Forum organisiert, mehrere Organisationen haben ihn dabei unterstützt. Finanziert wurde die Begegnung vom Deutsch-Griechischen Zukunftsfonds.

  1. Die Stärkung des Jugendaustausches auf europäischem Niveau, mit besonderem Einbezug der Orte des Terrors Griechenlands.
  2. Die Fortsetzung von Zahlungen von Forschungsgeldern, die eine wissenschaftliche Untersuchung von relevanten Themen des Zweiten Weltkriegs und der Nazibesatzungszeit Griechenlands ermöglichen.
  3. Fortbildungsprogramme für Lehrerinnen und Pädagogen, die sich auf Erinnerungsarbeit und Geschichtsaufarbeitung konzentrieren.
  4. Fortbildungen für Multiplikatoren aus Opfergemeinden, um den Organisationsgrad der örtlichen Zivilgesellschaften zu stärken.
  5. Schulausflüge müssen den Besuch von Orten des Terrors in Griechenland beinhalten. Die örtliche Geschichte sollte ab den ersten Jahren des Unterrichts gelehrt werden.
  6. Das Zusammenfinden mit deutschen Akteuren, um gemeinsame Aktionen auch in Deutschland zu gestalten, damit auch die Bürger Deutschlands über die Geschichte in Griechenland informiert werden.
  7. Die Organisation von Foren-Konferenzen in Orten des Terrors in Griechenland und in Deutschland, die in regelmäßigen Abständen stattfinden sollten (ähnlich zum Forum Lechovo), sodass solche Zusammenkünfte keine Einzelfälle sind.
  8. Den Aufbau einer Onlineplattform aller Träger aus Opfergemeinden mit dem Einbezug der Gemeinden, und weiterer Träger (Vereine, Bildungsträger, Kunst- und Kulturträger usw.), damit diese Träger sich besser vernetzen und miteinander kommunizieren können.
  9. Die Forderung von Fördergeldern aus jeder Quelle (national, europäisch, privat etc.) zur Finanzierung, Unterstützung und Förderung der kulturellen, pädagogischen, fortbildenden, geschichtlichen, künstlerischen, ökonomischen und allen weiteren konstruktiven Aktivitäten und Arbeiten der Opfergemeinden Griechenlands, damit diese Orte erhalten bleiben und diese Ihrem Ziel ergebnisorientiert nachgehen können (nämlich die Aufrechterhaltung der Erinnerung, das Aufzeigen und Bekanntermachen der Gräueltaten, gemeinsames Agieren und Vernetzen – Verbrüderung von Opfergemeinden etc.). In diesem Sinne, im Forum teilnehmende Träger, schätzen, dass die Förderungen des Deutsch-Griechischen Zukunftsfonds fortgesetzt werden sollten, damit interessierte Träger Anträge zur Finanzierung von Projekten stellen können.
  10. Jegliche Forderung nach Förderung aus Trägern Deutschlands, wie den Deutsch-Griechischen Zukunftsfonds und anderen, findet unter der unverletzlichen Bedingung statt, dass diese Finanzierung in keiner Weise mit den deutschen Entschädigungszahlungen (und sonstigen Reparationszahlungen) zusammengezählt werden, von welchen die teilnehmenden Träger nicht zurücktreten.
  11.  Unterstützung und Förderung der Opferstädte und Opferdörfer vonseiten Griechenlands, der EU und ihrer Mitgliedsländer (wie Deutschland, Italien usw.) zum Aufzeigen und Bekanntermachen der Nachrichten und Werte der Opfergemeinden, und welche die Opfergemeinden als Absender senden und Nachrichten des Friedens, der Verurteilung von Krieg, der Verurteilung des Nazismus und Faschismus (welche leider heute wieder erscheinen) und die Verurteilung jeglicher Art von Totalitarismus, Nachrichten von Freundschaft und Versöhnung der Völker sind, damit diese einen gemeinsamen europäischen und demokratischen Weg gehen können.
  12. Die Regierungen von Deutschland und Griechenland sollen baldigst eine politische Lösung zum Thema der Reparationsforderungen und weiteren Forderungen finden, damit die Beziehung der zwei Völker nicht von diesem brennenden Thema überschattet wird.

TRÄGER, DIE DIESE VORSCHLÄGE MITGESTALTET HABEN

Gemeinde Amyntaio
Gemeinde Souli
Gemeinde Kalavryta
Dorfgemeinde von Kommeno
Dorfgemeinde von Lechovo
Dorfgemeinde von Pyrgoi
Dorfgemeinde von Ligiades
Bildungsverein von Servia „Ta Kastra“
Sportverein von Servia
Kulturverein der Lechoviten „Profitis Ilias“
Wanderverein von Lechovo

23 Mai 2016, Lechovo Griechenland

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