Ende Mai war es wieder so weit und die kleine Insel Thassos wurde Schauplatz des 3. Deutsch-Griechischen Inklusionscamps, einer inklusions- und sportpädagogischen Jugendbegegnung mit praxisorientiertem Austausch. Für die deutschen Physiotherapie-Schüler und ihre Ausbilder hieß das vor allem: Sich sechs Tage lang frei machen von Barrieren.

Inklusion heißt Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein kann, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Wohnviertel, in der Freizeit, dann ist das gelungene Inklusion. In einer inklusiven Gesellschaft ist es normal, verschieden zu sein. Jeder ist willkommen. Und davon profitieren wir alle: zum Beispiel durch den Abbau von Hürden, damit die Umwelt für alle zugänglich wird, aber auch und gerade durch selbstbestimmtes Leben, mehr Offenheit, Toleranz und ein besseres Miteinander.

Inklusions- und sportpädagogische Jugendbegegnung
Wie man im Rahmen von Sport und Rehabilitation richtig auf die Bedürfnisse von gehandicapten Menschen eingeht, hat das Deutsch-Griechische Inklusionscamp im dritten Jahr in Folge vermittelt. 22 Deutsche Physiotherapie-Schüler trafen vom 24. bis 29. Mai im Pitsas Camp, Prinos, auf der Insel Thassos auf griechische Studenten und Schüler der Physio-/Ergotherapie, des Sports, der Medizin oder der Sozialarbeit.

Die gesamte Zeit über waren körperlich behinderte und nichtbehinderte, deutsche und griechische Teilnehmende in gemischten Gruppen im Camp unterwegs. Das Angebot an gemeinsamen Aktivitäten war wie immer vielfältig. Paralympische Sportarten wie Boccia und Rollstuhl-Badminton, -Rugby und -Tennis, Rollstuhltanz wurden zusammen ausprobiert, aber vor allem die physiotherapeutischen und medizinischen Vorträge und Workshops zu Struktur/Betrieb und Gebrauch von Rollstühlen, Physioaqua, inklusivem Trampolin und Prothesentechnik stießen auf großes Interesse. Weitere Angebote wie Theaterpädagogik, Bewegungs- und Tanztherapie, inklusives Yoga und natürlich gemeinsame Badeausflüge rundeten das Programm ab.

 

Pilotprojekt im physiotherapeutischen Bereich
Ziele des deutsch-griechischen Programms zwischen dem griechischen Inklusionsverein PERPATO Komotini und der Akademie der Physiotherapie der St. Elisabeth Gruppe Herne sind, den gleichberechtigten Umgang zu fördern und gemeinsame praxisorientierte Erfahrungs- und Lernanlässe für die Jugend zu schaffen. 2016 fand zum ersten Mal ein Inklusionscamp unter deutscher Beteiligung in Griechenland statt und bot für die Partner eine ideale Plattform, Gemeinsamkeiten zu erkennen, Horizonte zu erweitern und vor allem voneinander zu lernen. Die zweite Begegnung im Folgejahr 2017 von deutschen und griechischen Jugendlichen zu den Themen Rehabilitation und autonome Lebensgestaltung baute die nachhaltige Partnerschaft weiter aus.

Die Erfahrungen des diesjährigen Inklusionscamps fließen nun als Vorbereitung in das Jugendaustauschprojekt ‚Beruf.Kennen.Lernen – Physiotherapie Griechenland und Deutschland‚ , das im Oktober 2018 in Deutschland stattfinden soll, mit ein. Die griechischen Jugendlichen werden vor Ort den Alltag der deutschen Teilnehmenden kennenlernen. So werden sie u.a. den regulären Unterrichtseinheiten der Physiotherapieschule folgen und in Kleingruppen Praxisteile in ausgewählten Physiotherapieeinrichtungen absolvieren.

 

 

 

Mehr Impressionen gibt es hier.

Text: Anja Hack
Fotos:
Nick Economidis
Video: Spyros Ntantanides

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