Förderprogramme, Erasmus+ oder Easyjet: Möglichkeiten für junge Menschen, sich grenzübergreifend auszutauschen, gibt es mittlerweile wie Sand an der Ägäis. Mühe macht also weniger das Reisen an sich, sondern es sind mittlerweile vor allem die bürokratischen Hürden vor und nach den Treffen, die den Austausch erschweren.

Welche Dokumente benötige ich? Wie halte ich meine Erfahrungen fest? Und wie kann ich mein eigenes Profil, meine Fähigkeiten und meine Interessen auf eine Weise kommunizieren, dass sie zu den Erwartungen meines Austauschpartners passen? Die Programme YouthPass und Europass konzentrieren sich auf diese Herausforderungen beide mit ihrem eigenen Schwerpunkt – das eine für Jugendaustausch, das andere für die Förderung von Mobilität unter Berufstätigen.

YouthPass ist eine Art Lerntagebuch für junge Menschen. Bereits während eines laufenden internationalen Projektes können die beteiligten Jugendlichen ihre eigenen Lernziele definieren, um nach Projektabschluss zu überprüfen, welche ihrer Erwartungen sich tatsächlich erfüllt haben. In Zusammenarbeit mit dem Projektpartner füllt sich so bis zum Ende des Projektes ein Bericht, der die persönliche Lernkurve abbildet und am Ende eine Art Sammelmappe an Zertifikaten ausspuckt, um sie etwa dem Lebenslauf hinzuzufügen oder bei Referenzen anzugeben.

Während die Mobilität unter jungen Menschen durch die diversen Jugend- und Universitäts-Programme verstärkt gefördert wurde, ist der Austausch unter Berufstätigen noch ausbaufähig: Weil Lebensläufe, Zertifikate und Qualifikationen europaweit nicht einheitlich ausgestellt und dargestellt werden, tun sich Berufstätige oft schwer, außerhalb ihrer nationalen Grenzen auf Jobsuche zu gehen. Gleichzeitig wissen Arbeitgeber nicht, wie sie die Fähigkeiten von Bewerbern aus dem innereuropäischen Ausland einordnen sollen. Hier will das Projekt Europass der Europäischen Union Abhilfe schaffen.

Europass ist eine Art modulare Lebenslauf-Vorlage im Internet. Berufstätige oder auch Arbeitssuchende in ganz Europa können hier in einem Fragebogen ihre Fähigkeiten und Bildungs-Zertifikate hochladen. Europass überführt das Ganze in einheitliche Richtlinien und passt die Informationen in ein minimalistisches, aber durchaus ansehnliches Layout. Wer seinen Lebenslauf digital hinterlegen möchte, kann ihn bei Europass jederzeit weiterbearbeiten – für Offliner gibt es die Vorlage auch zum Ausdrucken.

Europass wurde bereits 2005 ins Leben gerufen und seitdem stetig erweitert und modernisiert. 18 Millionen Europass-Lebensläufe wurden seitdem online erstellt, weitere zwanzig Millionen Mal wurde die Druckvorlage aus dem Internet heruntergeladen. Besonders in Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit, wie Italien oder Spanien, sei Europass mittlerweile zu einem beliebteren Tool avanciert, erklärt Philippe Tissot, Manager beim zugehörigen Programm CEDEFOP.

Text: Michael Metzger, Foto: Till Holland. 

2 Gedanken zu “Mobil mit Europass und Youthpass

    • Hallo Frank,
      der Blogartikel ist im Rahmen einer Veranstaltung erschienen. Der Autor hat also nur das, was im Workshop vermittelt wurde notiert. Zum Glück gibt es ja sehr gute weiterführende Infomaterialien 🙂
      Dein Agorayouth-Team

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