Einmal Hortiatis und zurück…Besuch in einem Opferdorf

Nach dem offiziellen Ende des 2. Deutsch-Griechischen Jugendforums in Thessaloniki ging es für eine kleine Gruppe von Teilnehmern in das Opferdorf Hortiatis, das nur 20 Kilometer außerhalb der Metropole liegt. Das Anliegen: Das Deutsch-Griechische Jugendforum auch um den Aspekt der Erinnerungskultur bereichern.

Hortiatis ist eines der zahlreichen Opferdörfer in Griechenland, die während der Zeit der deutschen Besatzung zwischen 1941 und 1944 schwer gelitten hatten. Wie in zahlreichen anderen Orten wurde auch hier durch deutsche Wehrmachts-Truppen in einer sogenannten „Vergeltungsaktion“ ein grauenvolles Verbrechen an der Zivilbevölkerung begangen. Zwar konnten wir an frühere freundschaftliche Kontakte anknüpfen, waren aber trotzdem etwas im Zweifel, wie wir in der aktuellen politischen Situation und in einer Zeit der Polarisierung zwischen Deutschland und Griechenland empfangen werden. Weiterlesen

Vorschläge vom Forum Erinnerung & Bildung in Lechovo

Auf dem Forum Erinnerung & Bildung im Märtyrerdorf Lechovo hat ein vielseitiger und konstruktiver Dialog stattgefunden. Das ist vor allem den exzellenten Rednerinnen und Redner und gehaltvollen Beiträge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu verdanken. Während der vier Tage sind die folgenden Vorschläge entstanden, die die Erhaltung der Erinnerung, das Aufzeigen der Kriegsverbrechen sowie der Gräueltaten der deutschen Nazis in den Opferorten Griechenlands bekannter machen könnten und um diese Geschehnisse der Jugend von heute sowie den Bürgern von Griechenland, Deutschland und Europa näher zu bringen.

Der Kulturverein der Lechoviten „Profitis Ilias“ hat das Forum organisiert, mehrere Organisationen haben ihn dabei unterstützt. Finanziert wurde die Begegnung vom Deutsch-Griechischen Zukunftsfonds.

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Forum Erinnerung & Bildung: Orte des Terrors und Gedenken in Griechenland

Der Weg zu einem nachhaltigen Friedensbewusstsein in der deutsch-griechischen Zivilgesellschaft ist ein andauernder Prozess, der stark geprägt ist von den Erlebnissen und Erfahrungen der Vergangenheit. Kultureller Austausch und direkte Begegnung können hier Lernprozesse initiieren. Das Forum ‚Erinnerung & Bildung‘ bot den Teilnehmern den Rahmen für einen intensiven Rückblick auf die Ereignisse, eine gemeinsame verständnisvolle Ausrichtung auf unsere Gegenwart und einen Ausdruck ihrer Wünsche hinsichtlich eines friedvollen Miteinanders in Europa.

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Ehrengard Schramm und ihr Hilfswerk für Griechenland

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Ehrengard Schramm (Foto: Göttinger Jahrbuch vom Geschichtsverein für Göttingen und Umgebung)

Brigitte Spuller schreibt über das fast vergessene Werk einer ungewöhnlichen Frau aus Göttingen.

Frau Schramm wurde 1900 als Ehrengard von Thadden geboren und starb 1985. Sie stammte aus einer pommerschen Adelsfamilie und war mit Percy Ernst Schramm, einem Historiker verheiratet. In ihrer Schulausbildung hatte sie Altgriechisch gelernt, bereiste Griechenland und verfasste mehrere Bücher über die griechische Geschichte. Sie war einige Jahre lang Ratsfrau in Göttingen und von 1959 bis 1967 Abgeordnete der SPD im niedersächsischen Landtag.

Bei einer ihrer Reisen in Griechenland hörte sie zum ersten Mal den Ortsnamen „Kalavryta“ und wie die deutschen faschistischen Besatzungstruppen dort (im Dezember 1943) und in vielen anderen Orten Massaker an der Zivilbevölkerung begangen hatten, die Ortschaften geplündert und viele davon in Schutt und Asche gelegt hatten. Obwohl sie von mehreren Seiten gewarnt wurde, dass es für sie als Deutsche gefährlich sein könnte, in diesen Ort zu fahren, besuchte sie noch im gleichen Jahr 1952 Kalavryta, um sich ein eigenes Bild von der Lage der Überlebenden dort zu machen.

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