„Das habe ich alles nicht gewusst…“

Gedenkstättenfahrten nach Griechenland – auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Thematik für Schulfahrten. Bisher steht eher das klassische Griechenland hoch im Kurs. Doch wie können Schulprojekte zu einem Thema der jüngeren Geschichte umgesetzt werden? Dieser Frage ginge 31 Lehrkräfte aus Rheinland-Pfalz, Thüringen und Sachsen-Anhalt auf Kreta auf den Grund. Auf welche Wissenslücken und blinde Flecken in den Geschichtsbüchern sie stießen, hat Bettina Münch-Rosenthal für agorayouth notiert.

Der Ansatz, das Verständnis für andere Nationen über Projekte zur Gedenkstätten und Erinnerungskultur zu fördern, ist zwar nicht neu in der pädagogischen Arbeit von Schulen im europäischen Kontext. Für Schulprojekte mit Griechenland ist er aber bisher kaum verbreitet und bekannt. Dafür gibt es neben finanziellen und organisatorischen Erschwernissen einen gewichtigen Grund. Die Zeit des Zweiten Weltkrieges und der damit verbundene deutschen Besatzungszeit – insbesondere die aus griechischer Sicht nicht abgeschlossene Frage der Reparationszahlungen – fanden bisher in der deutschen Öffentlichkeit, insbesondere im Studium und  in der Ausbildung angehender Lehrer sowie im Geschichtsunterricht der Schulen kaum Beachtung.Daher führten bislang kaum Schülerbegegnungen zu diesem Thema nach Griechenland. Weiterlesen

jugend.erinnert: Interaktive Karte zu Orten deutscher Kriegsverbrechen in Griechenland

Die Kriegsverbrechen während der deutschen Besatzung Griechenlands im 2. Weltkrieg sind in Deutschland wenig bekannt. Doch gerade die gemeinsame Aufarbeitung von Geschichte bietet für den Jugendaustausch Chancen für ein besseres Verstehen und Begegnen auf Augenhöhe. Eine neue Online-Karte liefert jetzt Informationen zu 30 Orten.

Bildschirmfoto 2018-06-20 um 11.29.1030 Erinnerungsorte an die nationalsozialistischen Verbrechen während der Besatzung Griechenlands von 1941-1944 werden auf auf einer neuen, interaktiven Karte vorgestellt. Die Orte sind in vier Kategorien gegliedert: in sogenannte Opfergemeinden, in denen Zivilisten ermordet wurden, Orte der Deportation von Juden in die deutschen Vernichtungslager, Orte der NS-Infrastruktur und Kriegsverbrechen an italienischen Soldaten. Zu jedem Ort/Marker auf der Karte finden sich Informationen in immer gleichen Unterkategorien: Wann ist was wo passiert? Was ist heute an diesem Ort? Welche Kontakte gibt es und wie ist der Ort erreichbar? Wo sind weiterführende Informationen zu finden? Weiterlesen

Es war einmal. heute

Wie können junge Menschen aus dem gemeinsamen Erbe Deutschlands und Griechenlands schöpfen? Die Konferenz „Es war einmal. heute – Jugend im Fokus der deutsch-griechischen Beziehungen“ fand vom 28. bis 30. Mai in der bayrischen Landeshauptstadt München statt und versuchte Antworten zu geben. Ein Veranstaltungsbericht.

„Es gibt Otto den Bayern, der eine große Rolle in den deutsch-griechischen Beziehungen gespielt hat, es gibt Otto Rehagel und das erste Goethe-Institut der Welt hat 1952 in Athen eröffnet. Inzwischen haben mehr als 300.000 Griechen ihren Wohnort in Deutschland gefunden und das deutsche Wirtschaftswunder wäre ohne die Hilfe der griechischen Einwanderer nicht möglich gewesen“, zählte Thomas Thomer, Unterabteilungsleiter im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), die Erfolge in den Beziehungen beider Länder auf. Das BMFSFJ und das Ministerium für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten der Hellenischen Republik hatten Multiplikatorinnen und Teamer von deutsch-griechischen Jugendbegegnungen eingeladen, sich zwei Tage lang auf der Konferenz „es war einmal. heute“ über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft auszutauschen – und das im hellenistisch geprägten München. Weiterlesen

Der Geschichte auf der Spur

Es ist nicht schwer in München auf griechische Spurensuche zu gehen:  Bei einem Spaziergang durch die Stadt fanden die Teilnehmenden der Konferenz fast an jeder Ecke der Innenstadt Spuren des hellenistischen Erbes. Auch die Exkursion in das NS-Dokumentationszentrum München brachte Unbekanntes hervor.

Nicht umsonst wird München auch das „Isar-Athen“ genannt: Die erste Station am Münchner Königsplatz in der Maxvorstadt zeigte der 30-köpfigen Teilnehmergruppe des Stadtspaziergangs wieviel von Griechenland in München steckt – und wem die Stadt das zu verdanken hat. Weiterlesen

Impressionen: es war einmal. heute

Rund 100 Teilnehmende aus Deutschland und Griechenland tauschten sich auf der Konferenz „Es war einmal. heute – Jugend im Fokus der deutsch-griechischen Beziehungen“ in der bayrischen Landeshauptstadt München aus. Zwischen Fragen nach europäischer Solidarität, griechischer Spurensuche in der Stadt und Netzwerken war auch Zeit für ein paar fotografische Eindrücke.


Fotos: agorayouth & Jörg Wild – Pressenetzwerk für Jugendthemen

 

 

Konferenzauftakt: es war einmal. heute.

Vom 28. bis 30. Mai wird die bayrische Landeshauptstadt München zum Zentrum des deutsch-griechischen Austausches: Die bilaterale Konferenz „Es war einmal. heute – Jugend im Fokus der deutsch-griechischen Beziehungen“ stellt die Frage: Was macht die Beziehungen der beiden Länder wirklich aus? Wie können junge Menschen aus dem gemeinsamen Erbe schöpfen und was brauchen sie, um den Weg zu einem solidarischen Europa zu ebnen? In den nächsten Tagen finden Sie einige Eindrücke von der Konferenz auf dem Blog.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Ministerium für Bildung, Forschung und Religiöse Angelegenheiten der Hellenischen Republik hatten Teamerinnen und Teamer von deutsch-griechischen Jugendbegegnungen eingeladen, sich zwei Tage lang über diese Fragen auszutauschen.
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Okkupation in Griechenland: Präsentation des neuen Online-Zeitzeugenarchivs

Am Montag, den 23. April 2018 wird das neue digitale Zeitzeugenarchiv „Erinnerungen an die Okkupation in Griechenland“ im Dokumentationszentrum Topographie des Terrors in Berlin vorgestellt.

Das Archiv enthält 90 lebensgeschichtliche Video-Interviews mit griechischen Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus der Zeit der Okkupation Griechenlands durch das deutsche nationalsozialistische Regime. Neben den Videos enthält die Sammlung Transkripte, Fotos, Dokumente und weitere Begleitmaterialien, die ab sofort für Bildung und Wissenschaft zur Verfügung stehen. Weiterlesen