Zum Abschluss der dreitägigen Zentralstellen-Konferenz des DGJW in Thessaloniki gaben die Generalsekretäre einen Ausblick: Was ist 2022 geplant, was soll sich ändern?

Der Aufbau geht weiter – unter diesem Motto führten die Teilnehmenden der ersten Zentralstellen-Konferenz des DGJW die Diskussionen der vergangenen Tage zusammen. Kelly Manoudi (EUphoria Youth Lab, Athen) sprach die teilweise schwierige Beziehung zwischen dem Jugendwerk und den griechischen Märtyrerdörfern an und stellte die Frage, inwiefern das Jugendwerk Öffentlichkeitsarbeit plane, um Programme der historischen Erinnerung auch für Jugendliche an denjenigen Orten durchzuführen, die sich gegen die Ziele des Jugendwerks aussprechen. Denise Panagopoulou (Hellenische Olympische Akademie) betonte, dass es weiter notwendig sei, Trägern und Zentralstellen in Deutschland klar zu machen, dass die griechischen Träger überwiegend ehrenamtlich arbeiteten und es daher einen realistischen Rahmen der Zusammenarbeit brauche.

Fragen der Nachhaltigkeit
Auch Konstantin Fischer (Etz Hayyim Synagoge Chania, Kreta) richtete die Frage an das Jugendwerk, wie es geschafft werden könne, dass Gruppen, die verstärkt Diskriminierung erlebten – Geflüchtete, Menschen, die Minderheiten angehörten oder solche, die in abgelegenen Regionen lebten – nicht weiter marginalisiert würden. Gabriela Scheiner (Yonder Festival, Thessaloniki) sprach das Thema Nachhaltigkeit an und fragte, wie Austausche noch nachhaltiger werden können, etwa über längere Zeiträume oder mehr Teilnehmende bei Hospitationen und Praktika. Anja Hack (Internationales Inklusives Projektmanagement) verwies darauf, dass die Träger derzeit sehr vereinzelt arbeiteten und das Teilen von Know How und Wissenstransfers über offene Gruppen und Trainings helfen könne, mehr Jugendliche zu erreichen.

Dass ein starker Bedarf an Vernetzung von Jugendorganisationen in Griechenland bestehe, betonte Panos Poulos (Filoxenia – Interkulturelle Umweltorganisation, Korinth). Die Projekte des Jugendwerks müssten der griechischen Zivilgesellschaft bekannt werden – auch damit deutlich werde, dass dies die erste staatliche Unterstützung für Jugendliche und Fachkräfte sei. Dass so viele Organisationen hier vor Ort seien, sei ein guter Beginn dafür, andere von der „Marke Jugendwerk“ zu überzeugen, sagte Maria Melina Laina (Vision Network Athens). Die griechischen Träger seien derzeit jedoch in der unangenehmen Position, viel Überzeugungsarbeit leisten zu müssen bei Organisationen, die das Jugendwerk nicht kennen. Ein weiterer wichtiger Schritt müsse es zudem sein, sich mit den Verantwortlichen im griechischen Bildungsministerium dazu abzustimmen, dass Schüleraustausche gefördert werden und die Schüler dafür vom Unterricht freigestellt werden können.

Zwischen Planung und Spontanität: Es bleibt weiter viel zu tun 
Generalsekretärin Maria Sarigiannidou versicherte, dass sich nicht auf diejenigen beschränkt werde, die dem Jugendwerk und seinen Ziele bereits nahe ständen. Ein wichtiges Instrumentarium für mehr Transparenz sei eine Homepage, mit deren Fertigstellung sie bis Februar 2022 rechne. Vorher sei ein Newsletter geplant, der alle wichtigen Infos enthalte. Ihr Kollege in Leipzig, Gerasimos Bekas, fügte hinzu, dass allen klar sei, dass es 2022 wohl noch keine Zentralstellen in Griechenland gebe: „Das, was spannend ist, sind die großen Unterschiede auf allen Ebenen und wir versuchen, eine goldene Mitte zu finden und die Gesellschaften zusammenzubringen“, sagte er.

Mit Arbeitsgruppen, etwa der zu den Förderrichtlinien, habe man das Instrument einer offenen Plattform. Dort werde etwa auch daran gearbeitet, dass die Texte nicht nur eine Übersetzung bzw. Übertragung seien: „Damit werden wir die griechische Sprache bereichern, weil dafür neue Begriffe eingeführt werden müssen“, kündigte Bekas an. Darüber hinaus werde an einer griechischsprachigen Version eines digitalen, datenschutzkonformen Tools mit Foren für Teams und Veranstaltungen gearbeitet. Über eine Kooperation mit IJAB arbeite das DGJW zudem mit am Projekt „Living Lab“ zum Thema, wie Jugendbegegnungen über Online-Elemente gestaltet werden können.

Das DGJW sei momentan noch bekannt für seine Spontanität – an mehr Vorlauf werde jedoch gearbeitet. „Wir sind sehr froh, dass die Veranstaltung in dieser Form stattfinden konnte und werden hoffentlich beim nächsten Mal noch mehr Teilnehmende sein“, resümierte Bekas und verkündete sodann  – mit einem Jahr Vorlauf – den Termin für die kommende Zentralstellenkonferenz:  Diese werde vom 12. bis 14. Oktober 2022 in Deutschland stattfinden. Der Ort: Wird spontan entschieden.

Text und Foto: Lisa Brüßler

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