Für den ersten Teil der Teamer*innenschulung- Grundausbildung  für Interessierte aus Deutschland, Frankreich und Griechenland im französischen Châteaulin vom 12. bis 19. April 2019 sind noch je zwei Plätze für Teilnehmende aus Deutschland und Griechenland frei. Ende August folgt Teil 2 der Grundausbildung in Hamburg. Teil 3 findet dann im Februar 2020 in Athen statt. 

Durch den Besuch der Ausbildung werden die Teilnehmenden befähigt in Zukunft eigenständig internationale interkulturelle Jugendbegegnungen im Rahmen des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) durchzuführen. Selbstverständlich werden auch die pädagogischen Prinzipien und Förderkriterien anderer Instrumente (Erasmus+, DPJW, RYCO etc.) erläutert. Schon seit etwa 15 Jahren besteht im Rahmen des DFJW ein Zertifizierungsinstrument für interkulturelle Teamer*innen. Dieses wurde von einigen Organisationen gemeinsam mit dem DFJW im Rahmen einer Steuerungsgruppe entwickelt.

Fähigkeiten und Wissen für die Arbeit im interkulturellen Bereich
Oft haben die Akteure bereits ein Vorwissen in nationalen formalen und nonformalen Bildungssystemen als Lehrer*innen, und Pädagog*innen erwerben können. Dieses erscheint uns aber für einen internationalen interkulturellen Zusammenhang als nicht genügend. Wir gehen davon aus, dass die Ausbildung von Teamer*innen eine der wichtigsten Grundpfeiler bei der Qualität von Begegnungen ist. Ihre Sensibilität für interkulturelle Gruppenprozesse und Konflikte, erst ihr respektvoller Umgang mit allen Partnersprachen sowie das Wissen über die kulturellen und historischen Wurzeln aller anwesenden Menschen macht die Begegnungsarbeit nachhaltig.

Die Teilnehmenden durchlaufen während der drei Phasen einen interkulturellen Lernprozess. Diesen selbst zu erleben ist von grundlegender Bedeutung um in der späteren Praxis während der Jugendbegegnungen ähnliche Prozesse bei den Teilnehmenden zu erkennen und pädagogisch begleiten zu können. Das Ausbilder*innenteam vermittelt die Inhalte praxis- und erlebnisorientiert in Form von Simulationen, Workshops, Spielen, Gruppenarbeit, Diskussionen, etc.

Die Ausbildung behandelt die gesamte Organisation und Durchführung einer Jugendbegegnung mit Themen wie Projektplanung und Programmgestaltung, Methoden des Interkulturellen Lernens, Vielfalt der Kulturen, sprachliche Gestaltung einer Begegnung und Sprachanimation, rechtliche Aspekte, Gruppendynamik, interkulturelle Teamarbeit, Evaluation einer Jugendbegegnung.

Praxis- und erlebnisorientiertes Lernen
Die Inhalte werden gemäß den Prinzipien des nonformalen Lernens in theoretischer aber besonders auch in praxis- und erlebnisorientierter Form behandelt. Die Förderung der Reflexion und Interaktion der Teilnehmenden spielt dabei eine wichtige Rolle. Insgesamt geht es bei der Ausbildung nicht darum, festgeschriebene Rezepte für die Leitung von interkulturellen Jugendbegegnungen zu lehren, sondern den zukünftigen Jugendleitern und -leiterinnen Rüstzeug für die eigene pädagogische Praxis zu vermitteln.

Wissenstransfer für die deutsch-griechische Zusammenarbeit
Momentan erleben wir die Gründungsphase eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks. In vielen Diskussionen können wir feststellen wie tief die Wunden der Gräueltaten der deutschen Besatzung in Griechenland noch immer sind. Das ebenfalls schwierige deutsch-französische Verhältnis hat sich seit der Gründung des DFJW im Rahmen des Elysée Vertrages 1963 sehr positiv entwickelt. Eventuell schaffen wir es aus dieser Zusammenarbeit politische und pädagogische Ansätze und Methoden auf das “Deutsch-Griechische” anzupassen. Aus diesem Grund werden Arbeitseinheiten zum Umgang mit Geschichte in internationalen Jugendbegegnungen in die Ausbildung einbezogen.

Alle Teilnehmenden werden im Rahmen des Zertifizierungsprozesses des DFJW qualifiziert. Das bedeutet, sie können – bei Erfüllung der festgelegten Standards – das Zertifikat für interkulturelle Jugendleiterinnen und Jugendleiter in deutsch-französischen und trilateralen Jugendbegegnungen erhalten. Da mindestens ein Teammitglied außerdem Sprachanimationsausbilder*in ist, können Teilnehmer*innen, entsprechend der definierten Vorgaben bei Eignung ebenfalls das Zertifikat für Sprachanimateurinnen und Sprachanimateure in deutsch-französischen Jugendbegegnungen erhalten. Weitere Informationen zu den Zertifikaten entnehmen Sie bitte hier der entsprechenden Webseite des DFJW. Teamer*innen mit Zertifikat können sich in einer Datenbank des DFJW eintragen und bei Bedarf an unterschiedliche Seminaranbieter vermitteln lassen.

Wer kann teilnehmen?
Diese Fortbildung wird vom Deutsch-Französischen Jugendwerk und dem Sonderprogramm für Griechenland des BMFSFJ unterstützt. Das Mindestalter zur Teilnahme beträgt 18 Jahre, es gibt keine Altersbeschränkung nach oben. Der Vereinsbeitrag beträgt pro Teil 260 Euro (230 Euro für Mitglieder). Darin sind die Aufenthaltskosten (Unterbringung in Doppel und Mehrbettzimmern) im Veranstaltungsort, Vollverpflegung, sowie alle Programm- und Übersetzungskosten enthalten. Die Fahrt wird nach den Grundsätzen des DFJW erstattet. Einzelheiten entnehmen Sie bitte dieser Information. Ein Quereinstieg zu dieser Ausbildung ist nach Absprache und Verfügbarkeit möglich.

Zur Anmeldung für Interessierte aus Deutschland geht es hier. Interessierte aus Griechenland melden sich bitte per Mail bei enrico@arpeggio.gr

Quelle: Interkulturelles Netzwerk e.V.
Foto: Maria Melina Laina, Vorstandsvorsitzende Vision Network Athens

Ein Gedanke zu “Teamerschulung: Freie Plätze für Interessierte aus Deutschland und Griechenland

  1. Momentan erleben wir die Gründungsphase eines Deutsch-Griechischen Jugendwerks. In vielen Diskussionen können wir feststellen wie tief die Wunden der Gräueltaten der deutschen Besatzung in Griechenland noch immer sind. Das ebenfalls schwierige deutsch-französische Verhältnis hat sich seit der Gründung des DFJW im Rahmen des Elysée Vertrages 1963 sehr positiv entwickelt. Eventuell schaffen wir es aus dieser Zusammenarbeit politische und pädagogische Ansätze und Methoden auf das “Deutsch-Griechische” anzupassen. Aus diesem Grund werden Arbeitseinheiten zum Umgang mit Geschichte in internationalen Jugendbegegnungen in die Ausbildung einbezogen.

    Bemerkenswert: Und darum wurden Vertreter von griechischen Opferdörfern auch bei den Deutsch-Griechischen Jugendforen 2017 in Thessaloniki und 2018 in Köln nicht zugelassen bzw. abgelehnt, obwohl sie bereits qualitativ hochwertige Jugendaustausche mit deutschen Partnern organisiert hatten?

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