Im August 2018 führte eine estnisch-deutsch-griechische Jugendbegegnung filminteressierte Jugendliche aus drei Ländern in Berlin zusammen. Unter dem Motto „Erzähl mir deine Geschichte!“ ging es um das Hauptthema des Projektes: Flucht und Migration. Die Teilnehmer aus Athen die zum ersten Mal bei der Begegnung dabei waren, haben ihre Eindrücke in diesem Blogpost zusammengefasst.

Bereits zum vierten Mal fand die Jugendbegegnung statt: Die ersten zwei Begegnungen verbrachten die Teilnehmer zehn Tage in Estland. Im dritten Jahr fand das Treffen im Schwarzwald (Deutschland) statt und für den Sommer 2018 wurde die deutsche Hauptstadt als Treffpunkt ausgewählt. Das Projekt war ein Erasmus+ Projekt an dem 22 Jugendliche aus Griechenland, Deutschland und Estland teilnahmen. Wir wohnten alle zusammen in einer Jugendherberge im Zentrum Berlins. In jedem Raum wurden Jugendliche aus allen drei Ländern untergebracht – so konnten wir uns alle besser kennenlernen und erste Eindrücke zu den anderen Kulturen sammeln. Eine Woche lang folgten wir jeden Tag einem Zeitplan, der aus Workshops, Dreharbeiten aber auch aus Kaffeepausen und den Besuch von Sehenswürdigkeiten bestand. So konnten wir während dieser sieben Tage nicht nur einen Film drehen, sondern hatten auch die Möglichkeit, neue Leute aus verschiedenen Ländern kennenzulernen durch Aktivitäten, die jede Gruppe organisierte.

Storytelling als Methode
Wir haben Geschichten von unseren Bekannten und Familien recherchiert und dabei entdeckt, dass auch ein paar von ihnen von Flucht und damit verbundenen Geschichten erzählen konnten. Einen besonders eindrucksvollen Lebenslauf vermittelte uns der bekannte griechische Autor Petros Markaris. Außerdem haben wir viele Informationen über die Flüchtlingskrise erfahren und in unseren Filmen verwertet. Wir haben tatsächlich auch zwei Mädchen aus Syrien als Teilnehmerinnen in unserem Projekt gehabt. Im Rahmen des Projekts haben wir es geschafft, über aktuelle Themen mit Jugendlichen aus anderen Ländern zu diskutieren und zusammen zu arbeiten, um einen 20-minütigen Film zu erstellen.

Wir haben uns in vier verschiedene Gruppen aufgeteilt und jede Gruppe hat 2-5 Minuten des Films vorbereitet. Die Workshops und der gesamte Ablauf fanden im Weinmeisterhaus statt, einem Begegnungszentrum, das ideale Voraussetzungen für unsere Arbeit bot. Wir bekamen auch die richtige Ausrüstung, professionelle Kameras und Computer, die wir zum Schneiden benutzen konnten. Außerdem haben uns Profis unterstützt und uns beigebracht, was es braucht, um einen Film zu machen. Während der Arbeit mit dem Film haben wir die Aufgaben in den Gruppen verteilt. Jede Person hatte einen Aufgabenbereich, für welchen sie dann auch einen kurzen Workshop besucht hat. Zuerst mussten wir uns über die Handlung einigen, dann die Szenen filmen und schließlich schneiden. Jeden Tag mussten wir eine bestimmte Phase des Prozesses erreichen, um den Film pünktlich fertig zu haben.

Unvergessliche Momente
Jeder Tag und jede Aktivität war besser als die vorherige. In nur sechs Tagen haben wir es geschafft, einen Film zu drehen! Wir haben Fehler gemacht und dachten, dass wir es nicht schaffen würden. Doch wenn wir uns gestresst fühlten, haben wir uns gegenseitig unterstützt, zusammengearbeitet und am Ende haben wir es geschafft. Während dieses Prozesses, haben wir diskutiert, Meinungen ausgetauscht und Freunde gewonnen. Wir haben an Aktivitäten teilgenommen, die uns geholfen haben, mehr über die anderen beiden Länder zu erfahren und herauszufinden, wie viel wir gemeinsam haben und was in unseren Kulturen verschieden ist.

Jeden Abend, nach einem langen Tag harter Arbeit, haben wir uns getroffen und alle zusammen gegessen, Gitarre gespielt, gesungen, getanzt und viel, viel gelacht! Wir haben Leute kennengelernt, von denen wir nicht erwarteten, dass wir uns so sehr mit ihnen verbinden würden und Abschied zu nehmen fiel uns sehr schwer. Als wir uns für das Programm beworben hatten, haben wir alle nicht so viel erwartet – vielleicht ein paar neue Erfahrungen, aber nicht viel mehr.

Das Projekt wurde von Erasmus+-Programm, vom Kinder- und Jugendplan des Bundes (KJP) und von der Estnischen Volksgemeinschaft in der BRD e.V. finanziert. Die Jugendbegegnung wurde von Piret Suidt geleitet und in Kooperation mit den Partnern aus Griechenland (Leiterin der Jugendgruppe: Martina Karapanou) und Estland (Leiterin der Jugendgruppe: Reti Pääslane) umgesetzt.

Hier geht es zum Projekttagebuch. Und hier zum Beitrag auf Griechisch.

Text: Panagiotis Vasilopoulos, Giannis Skoulas, Ergina Georgiou, Pinelopi Georgopoulou, Emmanouela Gerakaki, Gregor Emanuel Makowski
Fotos: Piret Suidt

 

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