Neues Gesicht bei Agorayouth

Ab 2017 gestaltet die freie Journalistin Lisa Brüßler agorayouth für das PNJ. Wie sie zu Griechenland -oder Griechenland zu ihr- kam, erzählt sie im Text.

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Lisa Brüßler. Foto: Kreuzberger Kinderstiftung, Melanie Klippe.

Im Bergdorf Zia auf Kos im Jahr 1998 begann für Lisa das Kapitel Griechenland: Ein älteres Ehepaar, das in sehr einfachen Verhältnissen lebte, bat die junge Urlauberin und ihre Eltern hinein und gaben ihr Kekse. Unterhalten konnten sie sich wegen der Sprachbarriere kaum. Filotimo – etwas ganz Normales in Griechenland: „Den Begriff hatte ich damals natürlich noch nie gehört, aber die Geste hat mich so beeindruckt, dass ich mir selbst versprochen habe zurück zu kommen. Nicht um Urlaub zu machen, sondern um bei diesen so offenen und herzlichen Menschen zu leben“, erzählt Lisa.

Mit Erasmus nach Griechenland
2013 wurde dieser Wunsch Realität als sie – als Politikwissenschaftsstudentin –für ein Auslandssemester nach Rethymno, an die Universität Kreta ging: „Ich habe in meinem zweiten Studienjahr angefangen mich auf Griechenland zu spezialisieren und es hat mich bis heute nicht mehr losgelassen“, sagt sie. Auf Kreta, als die ökonomische Krise gerade besonders schlimm war und in Deutschland immer wieder anti-griechische Stimmen laut wurden, beschloss sie ihre Bachelorarbeit über die Auswirkungen der „Rettungspakete“ der Troika auf die griechische Gesellschaft zu schreiben.

Ihr Masterstudium der Internationalen Beziehungen gab ihr zwei Jahre später die Möglichkeit zurück nach Griechenland zu gehen. Ein Jahr lang studierte sie mit dem Erasmus-Programm an der Athener Panteion Universität für Sozial- und Politikwissenschaft: „Nachdem ich auf Kreta gelebt hatte, war ich skeptisch was Athen angeht. Aber ich habe die Sprache und Land und Leute noch mehr lieben gelernt, bin aber auch weiter sensibilisiert worden für die Probleme“, sagt sie rückblickend. Was auch an ihrem Reisestipendium der Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa und der Kreuzberger Kinderstiftung gelegen haben könnte: Im Juni und Juli 2016, im Anschluss an das Semester, reiste sie sechs Wochen durch das Land und ging der Frage „Welche Antworten geben junge Griechen auf die Krisen, die ihr Land heimgesucht haben?“ nach.

Prägende Reise durch Forschungsstipendium
Die Antworten, die sie während ihrer Reise auf Amorgos, Syros, Chios, Lesvos, im Epirus und in Athen bekommen hat, haben sie beeindruckt, aber auch nachdenklich gemacht, wie die Zukunft des Landes aussieht: „Ich habe mit vielen Menschen über ihre momentane Situation und über die Flüchtlingskrise gesprochen. Ich habe in der Flüchtlings-Zeltstadt im Hafen von Piräus mitgeholfen, ich war auf den Inseln, die so stark betroffen sind und ihre ökonomische Grundlage, den Tourismus, eingebüßt haben. Ich habe Initiativen kennengelernt, die nicht aufgeben. Trotzdem komme ich nicht daran vorbei zu sagen, dass die Lage schlimm ist“, erzählt sie. Besonders beeindruckt hat sie, dass trotz der ausweglosen Lage so viele Griechen mithelfen, sich für andere engagieren und das, was sie haben, teilen. Filotimo eben.

Die Politikwissenschaftlerin hat bei der Schülerzeitung und der Jugendpresse mit dem Schreiben begonnen. Sie hat als Lokalreporterin und in Print, Online und Hörfunk gearbeitet und arbeitet freiberuflich vor allem zu den Themen Bildung, Jugend und Europa. Mehr Informationen über Lisa gibt es hier. Ihr Reisebericht ist hier nachzulesen.

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